Festival Barfuß mit Herz und Hand

Bei "The Folky Side of Town" präsentiert der Musiker Dobre Münchner Songwriter.

Von Michael Zirnstein

Wer nach einer cineastischen Darstellung des musikalischen Genres Folk sucht, der wird sie in 303 finden. In dem "Anti-Tinder-Film" von Hans Weingartner von 2018 nähert sich ein junges Paar an, indem es von der Großstadt Berlin in die Ferne aufbricht und in einem Hymer-Wohnmobil eines Liebes-Road-Trip nach Portugal unternimmt. Noch folkiger ist das Musikvideo dazu von Augustin. Die Band aus dem Chiemgau hat den Soundtrack zu 303 geschrieben, und im Clip zum Hit "Magnet Balls" sieht man nicht nur Ausschnitte aus dem Film, sondern auch den Songwriter Michael Regner zusammen mit der Bardin Jana Iris barfuß auf einer Bank an einem Bach von der Anziehungskraft der Menschen musizieren, Harmonie und Natur pur - das ist Folk.

Und somit passen Augustin auch prima als Ehrengäste - weil wie von außerhalb kommen - ins Abendprogramm der zweiten Auflage des Münchner Musiker-Handarbeits-Festivals "The Folky Side of Town". Im Lustspielhaus treffen sie auf Henny Herz, die man auch von ihrer Pop-Band Pour Elise kennt, und die solo mit ihrem jazzy Folk eine weitere Spielart des Genres zeigt. So auch Jordan Prince, der aus New Orleans nach München gezogen ist und nach seinem tollen Debütalbum "12 Songs for 12 Friends" neue Stücke mitbringt. Im Vereinsheim gibt es am folgenden Morgen wieder einen Frühschoppen, bei dem Gastgeber Joe Dobroschke alias Dobre mit seinem Nebenprojekt Lakedaimon spielt. Er teilt sich die Bühne mit Cosma Joy, die just ihren 18. Geburtstag feiert. Er hält sie "für das größte Songwriter-Talent" der Stadt, ja, für "die Münchner Joni Mitchell". Swango wiederum rumpeln mit Akustikgitarre, Stepptanz und Rap herein. "Was das noch mit Folk zu tun hat? " - das fragt sich auch Dobre. Bis zum Festival werde ihm sicher die Antwort einfallen, sagt er.

The Folky Side of Town, Sa., 16. Feb., 20 Uhr, Lustspielhaus; So., 17. Feb., 10 Uhr, Vereinsheim; jeweils Occamstr. 8, t 21 83 73 00

Kino Wer die Millennials verstehen will, sollte diesen Film gucken

"303" im Kino

Wer die Millennials verstehen will, sollte diesen Film gucken

Wie lebt und liebt man richtig im Kapitalismus? 14 Jahre nach "Die fetten Jahre sind vorbei" stellt Hans Weingartner in seinem neuen Film "303" noch einmal dieselben Fragen - für eine neue Generation.   Von Martina Knoben