Einerseits: Schon schade, was dem bayerischen Lehrwesen da abhandengekommen ist. Eine Lehrkraft, die verunsicherten Teenagern in Sachen Selbstermächtigung sicher einiges mit auf den Weg gegeben hätte. Die Pubertierenden vorgelebt hätte, dass das auch im tiefsten Niederbayern geht: zum eigenen Weg stehen, auch wenn der in den Augen vieler ein spezieller sein mag. Andererseits: gut für die mit queeren Frauen nicht gerade fett bestückte Kleinkunstszene, dass Teresa Reichl nach dem Staatsexamen doch lieber auf die Bühne wollte. In keiner Schulklasse der Welt hätte sie auch so viel Applaus bekommen wie im Lustspielhaus bei der Premiere von „Bis jetzt“, ihrem zweiten Solo-Programm. Das tut gut, gerade wenn man erst die Tiefen des N durchgemacht hat. Des N?
Premiere von Teresa Reichls Solo-Programm „Bis jetzt“ im LustspielhausVom Hobby, Männer wütend zu machen
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In ihrem zweiten Solo-Programm erzählt Teresa Reichl von ihren schlimmsten Hetero-Dates und vom günstigsten Zeitpunkt für die Outing-Beichte.
Kritik von Thomas Becker
