Taubenplage in München Tote Hose im Taubenschlag am Hauptbahnhof

Früher habe sein Haus Riesenprobleme wegen der Tauben gehabt, viel Dreck, hohen Reinigungsaufwand und enorm viele Kundenbeschwerden, auch weil dem ein oder anderen "ein Klecks beschert" wurde - oft drei in einer Woche. "Heute gibt es keine einzige Beschwerde mehr wegen Tauben." Für Bollmeyer ist klar: "Das ist der richtige Weg."

Karl Bliemetsrieder, Bahnhofsmanager am Münchner Hauptbahnhof, ist sich da nicht so sicher. Er sperrt das Taubenhaus auf, blickt dabei missmutig auf das Dach gegenüber, auf dem sich einige Vögel aufgereiht haben. Seit eineinhalb Jahren versucht die Bahn, das Taubenhaus zum Hotspot zu machen - sichtlich vergeblich: Vor dem Taubenschlag sitzen ein paar Vögel, innen ist tote Hose. Kein Ei, kaum Tauben. "Das Prinzip Schlaraffenland scheint am Hauptbahnhof nicht zu klappen", sagt sein Kollege. So ein Bahnhof biete zu viele Attraktionen - prall gefüllte Abfallkörbe und sicher gelegene Nistplätze.

Keine Genehmigungen mehr für Abschussaktionen

Bliemetsrieder ist sichtlich zerknirscht. Die Stadt München erteilt seit einigen Monaten keine Genehmigungen mehr, durch Abschussaktionen die Vögel zu vertreiben - für die Bahn ein Problem. Alle Vögel in eine Voliere zu sperren, sei wohl kaum möglich, sagt der Bahnhofsmanager. "Wir haben alles versucht, dass man sie nicht abschießen muss", findet er.

Die Erfahrungen mit einem Falkner in Frankfurt wolle man in München nicht unbedingt wiederholen. Dort vergrämte der Raubvogel zwar die Tauben, stürzte sich aber auch auf einen kleinen Hund. Und Bliemetsrieder erinnert sich auch nur ungern an das Plastikhuhn in einer Nische im Hauptbahnhof, eine Attrappe, die Tauben fernhalten sollte. Irgendwann stand die Feuerwehr da und wollte das Plastikhuhn fangen.

Monika Schüllenbach hat sich die Gummistiefel inzwischen wieder ausgezogen. Immer wieder haben die Vögel in den letzten Minuten der Reinigungsaktion in die Einflugluke geguckt, ob sie endlich fertig ist. Mehr als ein halbes Jahr habe es gedauert, bis das Haus akzeptiert wurde, sagt Schüllenbach. Nach neun Monaten war der Schlag besetzt.

Es soll immer klappen, hat sie von einem Taubenfreund in Augsburg gehört, der dort sehr erfolgreich das "Augsburger Modell" eingeführt hat. "Allerdings dauert es unterschiedlich lange."