Neues aus der Münchner GastroszeneTradition und Küchen-Avantgarde

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Thomas Winklhofer ist der neue Wirt im Tassilogarten.
Thomas Winklhofer ist der neue Wirt im Tassilogarten. Catherina Hess

Neustart für den traditionsreichen Tassilogarten und eine Küchen-Doppelspitze in der Brasserie Thi.

Von Sarah Maderer

Einmal selbst der Wirt in der ersten Reihe sein, davon träumt Thomas Winklhofer schon lange. Im Ratskeller am Marienplatz kümmert er sich in der Geschäftsführung an der Seite seines Onkels Peter Wieser rein ums Administrative im Hintergrund. Darum hat er sich – lange bevor bekannt wurde, dass der Ratskeller zum Jahresende schließen wird – als neuer Wirt des Tassilogartens in Au-Haidhausen beworben.

„Ich wollte mich weiterentwickeln und vom Heimatbetrieb entkoppeln“, erklärt Winklhofer. Er bekam den Zuschlag und baute den Tassilogarten mit Hilfe seines Bruders Christian (Schnitzelwirt) und seiner Eltern Toni und Christine (Wiesnwirte im Festzelt Tradition) um – insofern ist doch wieder ein Familienbetrieb daraus geworden. Vergangenes Wochenende hat nun der Tassilogarten unter seinem alten Namen wiedereröffnet.

Die Resonanz aus der Nachbarschaft sei schon während des Umbaus so groß gewesen, sagt Winklhofer, dass es keinen Sinn gemacht hätte, das Lokal umzutaufen. Schließlich hat es den Tassilogarten an diesem Ort fast 30 Jahre lang gegeben, bis der vorherige Wirt Michael Greim im Frühjahr vergangenen Jahres wegen Personalmangels die Reißleine zog.

Mit 200 Plätzen allein im Biergarten wird das Geschäft auch für die neue Mannschaft kein Spaziergang werden. Zu essen gibt es Hausmannskost aus der Alpenregion, etwa Steirischen Backhendlsalat (19,50 Euro) und Züricher Pilzrahmgeschnetzeltes mit Spätzle (19 Euro). Bald könnten außerdem auch Crêpes auf der Dessertkarte stehen. Mit denen kennt sich Winklhofer durch seinen Crêpe-Laden im Rathaus bestens aus (Tassilogarten, Auerfeldstraße 18, täglich von 11 bis 23 Uhr, Telefon 089/45359214).

Jacob Weis und Patrick Mertens kennen sich schon, seit sie zusammen im Sternelokal von Schloss Elmau gekocht haben. Nun stehen sie in der Brasserie Thi in der Münchner Altstadt wieder gemeinsam am Herd. Unter dem Titel „Perfect Pairings“ haben sie zusätzlich zum À-la-carte-Menü kleinere Bistro-Gerichte entworfen, die sie auf ausgewählte Tropfen der Sommeliers abgestimmt haben.

Zu einem kalt getrunkenen Sake (11 Euro) etwa reichen sie zwei kleine Hähnchenspieße („Yakitori“, 12 Euro), mit Zitrone und Wasabi zur Keule und Pflaume zur Leber. Das größte Kunststück der neuen Küchendoppelspitze ist aber die selbst gemachte Pasta, die auf der Speisekarte unscheinbar als „Zwischengang“ aufgeführt ist.

Füllung und Form wechseln je nach Saison. Im Moment gibt es Tortellini gefüllt mit Austern und Garnelen, darüber Beurre Blanc, Bouchot-Muscheln, Tomaten – als Öl sowie pulverisiert – und Schnittlauch (24 Euro). Mit drei Stück auf dem Teller eignet sich diese fantastische Kreation leider nicht zum Sattessen, bloß zum Schwelgen (Brasserie Thi, Bräuhausstraße 8, Montag bis Samstag ab 18 Uhr, Dienstag bis Donnerstag zusätzlich von 12 bis 15 Uhr, Telefon 089/59998867).

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