Justizirrtümer:"Ich dachte sehr banal: Das sieht man ihm nicht an"

Lesezeit: 6 min

Tanja Kinkel

"Als Schriftstellerin hören mir mehr Leute zu": In ihrem ersten Roman war Tanja Kinkel die Liebesgeschichte wichtig. Heute legt sie mehr Wert auf den gesellschaftlichen Kontext.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Bestseller-Autorin Tanja Kinkel hat ein Hörbuch geschrieben, das im Gefängnis spielt. Im Interview spricht sie über ihren Besuch in der JVA, häufige Fehlurteile und darüber, wie Menschen zu Mördern werden.

Interview von Theresa Parstorfer

Tanja Kinkel, 50, ist eine der meistverkauften Autorinnen Deutschlands, ihren ersten Roman veröffentlichte sie mit 21 Jahren. Auf die Minute pünktlich kommt Kinkel zum Interview über die Straße zu dem kleinen sizilianischen Restaurant am Kurfürstenplatz. Sie ist nur für einen Tag in ihrer Heimatstadt München, denn gerade findet in ihrer Geburtsstadt Bamberg das Literaturfestival statt. Wenn Kinkel erzählt, wie sie Donna Leon und Dunja Hayali durch Bamberg führen durfte, legt sie die Hände über der Brust zusammen und lächelt, als sei sie nach wie vor die Nachwuchsautorin, die nicht fassen kann, dass ihre Bücher in gebundener Form erscheinen.

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