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Tätowiererin in München:Nach dem größten Tattoo warf die Mutter sie raus

Besonders gerne tätowiert sich Cat selbst: Auf den Oberschenkel hat sie sich eine Lotusblüte gestochen. Wieso sie so schrill ist, kann sie sich selbst nicht erklären: "Das hat die Zeit so mit sich gebracht." Und dann fügt sie hinzu: "Es kann sein, dass es an der strengen Erziehung lag." Von ihrer Mutter wurde Cat inzwischen rausgeworfen - nachdem diese das bisher riesigste Tattoo an Cat entdeckte, das sich vom Rücken bis zum Gesäß zieht. "Als ich ausgezogen bin, hat sich unser Verhältnis verbessert", sagt Cat. Und es hat ihr geholfen, ihren Weg zu finden. Cat hat kein Abitur gemacht, kein Studium angefangen. Für sie gab es nur eine Wahl: Sie wollte Tätowiererin werden.

Catharina Emilia Carvalho Réis Gruber tätowiert sich am liebsten selbst.

(Foto: Günter Götzer)

Wie wird man Tätowierer? Es gibt keine Zugangsregeln für den Beruf, erklärt Maik Frey, Verbandssprecher der Deutschen Organisierten Tätowierer. "Jeder kann sich Tätowierer nennen." Bis man das Handwerk beherrscht, sollte man etwa zwei bis drei Jahre zuschauen und üben, empfiehlt er. Frey beobachtet, dass immer mehr Frauen in den Beruf gehen, er schätzt den Anteil auf ein Drittel. "Vor 20 Jahren kannte ich nur eine Tätowiererin", sagt Frey.

Barbies als Inspirationsquelle

Bei Cat hat es drei Anläufe gebraucht, bis sie ein Tattoo-Studio gefunden hat, in dem es ihr gefällt. Inzwischen hat Cat einen wachsenden Kundenstamm. Sie hat sich auf Frauengesichter spezialisiert. Cat wird von Modeheften inspiriert - und von Barbies. Ist das nicht ein sehr klischeehaftes Schönheitsideal? "Schon", sagt Cat, "aber in Brasilien hatten wir nicht viel Geld. Daher waren Barbies für mich ein Wohlstandssymbol."

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Tattoo-Unfall? In einer neuen Sixx-Castingshow bekommen Menschen mit hässlichen Hautmalereien neue Tätowierungen von einem Profi. Das ist durchaus unterhaltsam - Trash-Toleranz vorausgesetzt.   Von Johanna Bruckner

Tattoos schienen eine Zeit lang uncool zu sein. Doch im Netz erlebt die Tattoo-Szene eine neue Blütezeit. Es wird fotografiert, geteilt und geliked, was das Zeug hält. Menschen mit vielen Tattoos werden zu kleinen Internetgrößen stilisiert.

So wie Cat. Durch die sozialen Netzwerke schwirren Tausende Bilder ihrer bemalten Haut, mit meist mehreren Hundert Likes darunter, auf der Foto- und Videoplattform Instagram (instagram.com/realcatink) folgen ihr mehr als 13 000 Nutzer.

Das Großprojekt: Cats Rücken. Es steht noch aus. Von dem Motiv hat sie bereits eine genaue Vorstellung. Derzeit drückt sich Cat aber vor der nächsten Sitzung. Der Rücken ist ein empfindliches Teil. "Er tut am meisten weh", sagt sie. Es entsteht gerade ein Tiger, auch ein tibetanischer Schädel ist mit in der Skizze. Bisher stehen aber nur die Außenlinien - bis das Bild ausgemalt ist, dauert es noch. Dazu kommen soll auch ein typischer Tattoo-Spruch: "Only God Can Judge Me", ein Song von dem Rapper Tupac. Cat wird den Satz in abgewandelter Form anbringen: "Only I Can Judge God".

TSV 1860 München Einmal Löwe, immer Löwe Bilder
Bilder

Tattoos von 1860-Fans

Einmal Löwe, immer Löwe

Wilde Mähne, stolzer Blick, weiß-blaue Rauten: Zwei Männer sammeln Tattoos von Löwen-Fans, die sich die Liebe zu ihrem Verein unter die Haut stechen lassen - über den gesamten Rücken oder ins Dekolleté.

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