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Szene München:Wo bleibt der Sommerdrink?

Und immer noch Hugo und Sprizz: In München ist kein neuer Sommerdrink in Sicht. Oder wird womöglich die Maß Bier das Getränk der Saison?

Es ist jetzt Juli, und: Hallo? Da fehlt doch was. Nein, das Sommerloch ist es nicht, das fällt dieses Jahr ohnehin aus, rein sportlich gesehen. Zwar ist jetzt kurze Fernsehpause zwischen EM und Olympia, aber die wird gerade in Frankreich zugeradelt. Klar, es fehlen jede Menge Fußball-Titel in dieser Stadt, aber das ist es auch nicht.

Immer noch dieser Sprizz: Die Münchner bleiben ihrem Lieblingssommergetränk treu.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Obwohl nicht einmal ein von Münchner Kräften geholter EM-Pokal rausgesprungen ist. Fällt jetzt der Groschen? Pokal? Poka-hal! Stemmen, füllen, trinken. Genau. Der Sommerdrink fehlt. In der ganzen Hektik dieses Sportsommers hat es München verpasst, andere wichtige Dinge zu regeln und ist so auf In-Getränken sitzen geblieben, für die man sich ein wenig schämen muss.

Noch immer hält sich der Sprizz an der Spitze der Drinks, und Hugo FC Bayern ist weiter Zweiter. Außerdem gibt es Elektrolytgetränke zum Saugen und antikes Bier zum Kippen. Es gab Versuche einer neuen Mode, doch die sind kläglich gescheitert. "Inge" zum Beispiel. Hugo ist schon ein sehr gewöhnlicher Getränkename, aber Inge? Das ist eine Münchner Limo mit Hibiskus-Ingwer-Geschmack. Abgelehnt.

Vielleicht das fruchtige Pale Ale, gebraut in München, mit exotischem Hopfen? Hat sich auch nicht durchgesetzt. Dann eben die Paloma-Limo. Für das Südsee-Feeling ist ihr sogar ein Schuss Salz beigemischt. Schmeckt wie Grapefruit-Schorle und taugt ebenso wenig zum Renner.

Nun mag der aufmerksame Innenstadtflaneur einwerfen, Läden mit stückigem Bubble-Tea sprießen gerade aus der Erde, aber hier geht es nur um Getränke. Alles, was man auch kauen muss, gehört zur Untergattung Müsli.

Also kein Trend-Drink in Sicht im Sportsommer 2012. Dabei läge doch auf der Hand, wie man bayerisch olympisch anstoßen muss: Mit einer Maß, aber britisch eingeschenkt, also nicht oktoberfestlich halb-, sondern sportlich randvoll.