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Szene München:Trinken für den guten Zweck

Ein "smoked negroni", wie er in einer New Yorker Bar serviert wird.

(Foto: via Bloomberg)

Schluss mit schlechten Ausreden für den eigenen Alkoholkonsum: Die Werbemacher der Spirituose Campari haben nun einen guten Grund geliefert.

Bislang waren die Begründungen, warum man alkoholische Getränke zu sich nehmen soll, meist sehr schnell als müde Ausreden gegen das schlechte Gesundheitsgewissen zu entlarven. Sätze wie: "Auf einem Bein (respektive mit einem Bier, die Redaktion) kann man nicht stehen" sind bereits aus den Zeiten der lauwarmen Cervesia überlieferte Motivationssprüche, um weitere Drinks zu ordern. "Viel trinken, hat der Arzt gesagt", gehört zwar ebenfalls mit einem ordentlichen Obulus in das Barphrasenschwein belegt, ist aber trotzdem noch immer häufig zu hören.

Und wenn der Deutsche Brauerbund vorrechnet, dass derjenige am gesündesten lebt, rein statistisch, der jeden Tag zwei Bier trinkt, dann ist das wieder vergorenes Wasser auf die Mühlen derjenigen, die nicht gerne auf einem Bein oder auf gar keinem stehen wollen. Diese Woche jedoch wird die moralische Hürde, keinen Drink zu bestellen, erstmals wirklich erhöht.

Wie Campari das Trinken zur Hilfsaktion macht

Die Werbemacher der Spirituose Campari haben vor zwei Jahren eine Charity-Aktion ins Leben gerufen, bei der eine Woche lang von jedem bestellten Negroni (bestehend aus Campari, Gin und Vermouth) ein Euro an eine Hilfsaktion gespendet wird. Nach Angaben der Initiatoren nahmen 2013 in den USA 100 Bars teil, ein Jahr später bereits 1300 Bars auf der ganzen Welt. In diesem Jahr zum Beispiel auch in München der Mauro's Negroni Club, Kufflers Bar, Pusser's oder das 35 Millimeter.

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Also sitzen seit Montag spendable Gin-Freunde in Bars weltweit, in der Alchimist Bar in San Francisco zum Beispiel, im KuDeTa in Bangkok, in La Strettoia in Rom, im Mind the Pub in Athen oder im Reef in Brisbane - und bestellen Negroni. 120 000 Dollar wurden 2014 so für den guten Zweck ertrunken, also mehr als 90 Negroni-Drinks pro Bar. Wäre doch an der Zeit, dass die Rum-Industrie (Piña Colada) und Cachaça-Brenner (Caipirinha) endlich auch etwas für den guten Trinkzweck tun.