bedeckt München 18°

"Heidenspaß-Party":Feiertage sind zum Feiern da

Lockerung des Tanzverbots

Zum ersten Mal darf an einem Karfreitag in Bayern offiziell gefeiert werden.

(Foto: dpa)

Dass in Bayern an Karfreitag bis jetzt nicht getanzt werden durfte, war noch nie verständlich. Wenn es schon Verordnungen geben muss, dann lieber gegen das Dauergedudel im Advent.

Am Freitag findet in München eine Revolution statt. Ja, das kann es tatsächlich geben: eine Revolution mit Ankündigung. Zum ersten Mal darf dann nämlich an einem Karfreitag in Bayern offiziell gefeiert werden. Veranstalter der "Heidenspaß-Party" ist der Bund für Geistesfreiheit (BfG), höchste Rückendeckung erhält er vom Bundesverfassungsgericht. Ein generelles Verbot von Unterhaltungsveranstaltungen ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, haben die Richter entschieden.

Dass man an einem Feiertag nicht feiern gehen darf - verständlich war das ja noch nie. Aber so regelt es eben das bayerische Feiertagsgesetz: Musik und Tanz haben an einem sogenannten stillen Tag in der Öffentlichkeit nichts zu suchen. Da fragt man sich: Wenn es schon Verordnungen geben muss, wie laut oder leise es an einem Tag zu sein hat, warum kann dann nicht mal im Advent ein bisschen Stille verordnet und in Kaufhäusern zum Beispiel das Dauergedudel von "Last Christmas", "Jingle Bells" und Schlimmerem verboten werden?

Das Fest also, zu dem der Bund für Geistesfreiheit zusammen mit der Giordano-Bruno-Stiftung am Karfreitag ins Oberangertheater einlädt, beginnt um 15 Uhr mit der Vorführung des Films "Wer früher stirbt, ist länger tot". Es folgen: Schokoladenbuffet, Comiclesungen, Schmankerl-Buffet. Anschließend soll ab 21.30 Uhr getanzt werden.

Platz sei für 250 Menschen, sie rechne aber mit deutlich mehr Andrang, sagt Assunta Tammelleo, die stellvertretende Vorsitzende des BfG München. Auf dessen Facebook-Seite schreibt eine besorgte Nutzerin, sie bete für die Veranstalter. Vielleicht ist das gar nicht nötig. Immerhin ist die italienischstämmige Tammelleo - Ironie des Schicksals - von ihren katholischen Eltern mit einem sehr heiligen Namen ausgestattet worden: Assunta ist ein Beiname der Jungfrau Maria.

© SZ vom 13.04.2017/vewo

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite