Szene München"Lasst uns eine Bar aufmachen!"

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In der Fernsehserie "How I met your mother" stellen sich Barney Stinson und Ted Mosby ihre eigene Bar vor - sie sieht aus wie der Pub, in dem sie sowieso dauernd abhängen.
In der Fernsehserie "How I met your mother" stellen sich Barney Stinson und Ted Mosby ihre eigene Bar vor - sie sieht aus wie der Pub, in dem sie sowieso dauernd abhängen. Ron P. Jaffe/CBS

Erstaunlich viele Freundeskreise kommen - nach ein, zwei, zehn Drinks - auf die gleiche wirklich gute Idee. Nüchtern betrachtet nicht so klug? Ach was.

Kolumne von Elisa Britzelmeier

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Gulaschsuppe, immer genug Gulaschsuppe, das ist das Allerwichtigste, sagt Sandra. Wehe, wir spielen keine ordentliche Musik, sagt Tobi. Alles egal, Hauptsache, das Bier ist billiger als überall sonst, sagt Marlene. Timo hat die perfekten Barhocker auf Pinterest entdeckt. Und Dana findet, die Tapete darf ruhig ein bisschen glitzern.

So klingt es, wenn Freunde, mögen sie nun so oder anders heißen, eine wirklich gute Idee haben. Wirklich gute Ideen hat man nach ein, zwei, zehn Drinks, und erstaunlich viele Runden kommen dann auf die gleiche wirklich gute Idee: "Lasst uns eine Bar aufmachen!" Wenn all die Bars Realität würden, die sich Freunde zu später Stunde schon ausgedacht haben - München bräuchte keine Mietpreis- oder Bierpreisbremse, sondern eine Obergrenze für die Kneipendichte.

Es ist klar, dass es diese Bar nie geben wird. Auch klar, dass man in der Gastronomie hart arbeitet, dass man mit Anwohnern und Freischankflächenverordnungen zu kämpfen hat. Alles totalabsolutwurscht. Wir würden es ja besser hinbekommen! Unsere Bar wäre cooler als alle anderen!

So redet man also über die richtige Beleuchtung, überlegt, wer welchen Tag übernehmen könnte und wie sich das anfühlen würde hinter dem Tresen. Die Vorstellungen gehen auseinander und dann wieder zusammen.

In einer sehr lustigen Szene der Serie "How I met your mother" stellen sich Ted Mosby und Barney Stinson ihre eigene Bar vor, und - Überraschung - sie sieht aus wie der Pub, in dem die beiden sowieso die ganze Zeit abhängen. Am Ende läuten sie in ihrer Bar die Sperrstunde ein, obwohl sie sich fest vorgenommen haben, nie eine Sperrstunde zu haben - und zack, finden zwei jüngere Barbesucher sie uncool.

Genau so würde es einem selbst vielleicht auch gehen. Eine Bar aufmachen ist wie spontan Auswandern oder schnell mal Schriftsteller werden: nüchtern betrachtet keine gute Idee, vor allem, wenn man keine Fremdsprachen und nicht gut schreiben kann. Oder eben keinerlei Plan von Gastronomie hat. Andererseits: Wenn man alle Ideen immer nur nüchtern betrachtet, zerfallen die meisten von ihnen zu Staub.

© SZ vom 16.03.2017 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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