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Szene München:Das ewige "Pling"

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Mit der Ruhe ist es schnell vorbei - vor allem wenn die Gruppe chattet.

(Foto: dpa)

Heute Biergarten, Goldene Bar oder Grillen? Ein Treffen per Smartphone zu organisieren kann schwierig werden. Besonders wenn jeder in der Gruppe ganz eigene Vorstellungen hat.

Wenn sich Menschen verabreden wollen, tun sie dies der Einfachheit halber oft über eine Whatsapp-Gruppe. Gruppen, in denen jedes Mitglied jede Botschaft bekommt, sind praktisch - solange sich alle einig sind. Dann läuft das optimalerweise so, dass einer einen Vorschlag macht und die meisten antworten "cool, bis später", oder so ähnlich.

Das Smartphone macht ein paar Mal "pling" und gut ist's. Aber wenn jeder für sich ganz eigene Vorstellungen hat, wird's schwierig. Dann liest sich das etwa so (zur besseren Verständlichkeit ohne Emoticons transkribiert):

Pling - Toni: "Hallo zusammen, wie wär's heute mit Biergarten?"

Pling - Franzi: "Treffen wäre super, aber lieber Goldene Bar, da kann man auch schön draußen sitzen."

Pling - Sophie: "Goldene Bar? Schnöselschuppen! Lass uns lieber grillen."

Pling - Andi: "Ich bin für E-Garten."

Szene München Die Macht des Biertragerls
Szene München

Die Macht des Biertragerls

In diesen verregneten Tagen trifft man sich zwangsläufig bei Freunden, statt im Biergarten. Um da ein Bier zu ergattern, muss man manchmal wunderliche Dinge tun.   Von Korbinian Eisenberger

Pling - Philipp: "E-Garten geht gar nicht, viel zu überlaufen."

Pling - Franzi: "Ich geh nur wohin, wo's ein Klo gibt."

Pling - Andi: "LOL - kannst ja im Grüneis auf's Klo."

Pling - Marta (hat die Gruppe verlassen).

Pling - Christiane (hat die Gruppe verlassen). Pling - Toni: "Also was ist jetzt heute Abend."

Pling - Sophie: "Na gut, Biergarten, wer bringt was mit?"

Pling - Philipp: "Wurschtsalat" Pling - Anna: "Obazda".

Pling - Andi: "Bäh".

Pling - Marta: "Toni du sollst mich nicht dauernd wieder hinzufügen.

Pling - Marta (hat die Gruppe verlassen).

Pling, pling, pling.

So kann das einen Nachmittag lang gehen, und von 20 Gruppenmitgliedern treffen sich dann fünf auf eine Mass am China-Turm. Aber dann - pling - Carla will eine spontane Party feiern: "Wer bringt was mit?" Das Pling-Konzert geht von vorne los. Einfach austreten aus der Gruppe wird nicht akzeptiert.

Wenn es zum dritten mal - pling - heißt: "Carla hat dich zur Gruppe Party Now!!! hinzugefügt", wünscht man sich in die Zeiten zurück, als nach 200 Nachrichten auch der beste Akku den Geist aufgab, man zwangsläufig seine Ruhe hatte - und trotzdem nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.