Szenario:Feurige Geschichten

Szenario: Hoch die Tassen! Auch in einem Steakrestaurant lässt sich prima feiern. Hier machen das Markus Thatenhorst (links) und sein Bruder Florian.

Hoch die Tassen! Auch in einem Steakrestaurant lässt sich prima feiern. Hier machen das Markus Thatenhorst (links) und sein Bruder Florian.

(Foto: Robert Haas)

Das Steakhaus "Theresa Grill" feiert sein zehnjähriges Bestehen

Von Franz Kotteder

Es gibt Sätze, die man ja nicht so gerne hört, wenn man direkt nach zwei jungen Frauen auf eine Party kommt. Im Falle der Zehnjahresfeier des Steaklokals "Theresa Grill" war das: "Na, hast Du Deine beiden Töchter mitgebracht?" Ganz schön frech, eigentlich, denkt man sich. Aber es stellt sich im Laufe des Abends heraus, dass die Bemerkung so ungehörig gar nicht war. Denn die Gäste im Theresa, sagen die Betreiber, seien "zwischen 40 und 60 Jahre alt". Na gut, denkt man sich, da kann man schon mal ausgewachsene Töchter haben. Ansonsten fällt auf, wie freundlich das Publikum ist, hier wird man dauernd angelächelt. Wo man doch sonst in den gastronomischen Betrieben der Maxvorstadt und Schwabings eher blasiert und gelangweilt dreinschaut.

Das Geheimnis des Theresa liegt darin, dass es jugendlicher rüberkommt, als es eigentlich ist. Nicht nur vom Publikum her, sondern auch von der Örtlichkeit. Die typische Siebzigerjahre-Tapete, die rustikalen Holztische und der kleine, stilvolle Vorraum mit den Designermöbeln - so könnte im Grunde auch ein Club aussehen. Fehlt nur noch die Tanzfläche, dann würde das Ganze fast ein bisschen ans frühere Atomic Café erinnern. An der Bühne mangelt es jedenfalls nicht, den schicken Bar-Tresen könnte man gut als eine solche sehen.

An diesem Abend haben Theresa-Wirt Markus Thatenhorst und sein Team jedenfalls die Inszenierung "Party" auf dem Spielplan. Vor allem Stammgäste und Freunde des Hauses sind gekommen, ein DJ legt in der Sofaecke auf, getanzt wird allerdings nicht, man befindet sich ja schließlich in den Ausläufern einer Pandemie. Aber es gibt genügend Zeit, die Geschichte des Theresa Grill ein wenig Revue passieren zu lassen. Schließlich handelt es sich um eines der ersten Steakhäuser der Stadt, als das Thema - fern der Ketten Asado und Maredo - zu einem Trend wurde.

2010 sah Thatenhorst das schlauchartige Lokal mit der Kegelbahn im Keller zum ersten Mal. Da stand es bereits eineinhalb Jahre leer, zuvor war ein Italiener drin gewesen. "Schwer zu bespielen", fanden Thatenhorst und seine Leute. Dann fragten sie beim Bezirkskaminkehrermeister mal nach, ob man statt des großen Pizzaofens auch einen Holzkohlegrill installieren dürfe? Da spräche eigentlich nichts dagegen, meinte der. "Und von da an wurde es interessant", resümiert Thatenhorst.

Richtig feurig wurde es dann 2013. "Da hat jemand um halb vier Uhr morgens nach einer Feier eine Zigarettenkippe nicht ganz ausgedrückt", erzählt Thatenhorst unter lautem Gejohle der Festgemeinde. "Um sechs holte mich dann die Feuerwehr aus dem Bett und meinte, der Schwelbrand sei bereits gelöscht, sie würden jetzt wieder wegfahren und wollten nur noch schnell Bescheid geben." Wie die Zehnjahresfeier endete, ist nicht bekannt. Im Pressebericht der Münchner Feuerwehr ist jedenfalls kein Einsatz in dem Restaurant vermerkt.

© SZ vom 17.09.2021
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