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Szenario:Charles Schumann und der Oberhammer

Walter Storms Galerie, Benefiz-Versteigerung | Charles Schumann feat. Faust

Charles Schumann mit Sportgerät vor dem Fenster des Showrooms der Galerie Storms.

(Foto: Florian Peljak)

"Ich hab's überprüft", sagt der Galerist Walter Storms, "der riecht nach dem Schweiß von Charles Schumann und nach Gin und Tonic!" Das ist quasi so viel wert wie ein Echtheitszertifikat, und so wechselt der linke, rote Boxhandschuh der Marke Everlast für satte 400 Euro seinen Besitzer. Es ist das sechste Objekt, das Storms an diesem Dienstagabend in seiner Galerie in der Schellingstraße zum Aufruf bringt, wieder ist es ein Boxhandschuh aus dem Besitz von Charles Schumann, 76, Deutschlands berühmtestem Barkeeper und eben auch Amateurboxer. Im kleinen Showroom der Galerie hat er in Zusammenarbeit mit Storms' Gattin Caro Jost eine Installation zum Faust-Festival gestaltet: einen roten Boxhandschuh, der an einer Latte gegen die Scheibe drückt. Die Arbeit wird, was ihre künstlerische Aussage betrifft, vermutlich noch viele Kunsthistoriker in Lohn und Brot setzen.

Zum Abschluss der Showroom-Ausstellung lässt Schumann von Storms sechs seiner Boxhandschuhe für einen guten Zweck versteigern, der Reinerlös geht an den gemeinnützigen Verein "Boxt euch durch München", der sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche mit Essen versorgt, ihnen bei den Hausaufgaben hilft und ihnen mithilfe von Kickbox-Training Selbstbewusstsein vermittelt. Insgesamt kommen 2460 Euro zusammen; ein Paar Boxhandschuhe aus Pakistan wird gleich zweimal versteigert, weil sie der Ersterwerber gleich noch einmal für eine zweite Runde stiftet. Ansonsten ist für jeden was dabei. Zwei goldene Handschuhe, die Schumann laut Storms "vor etwa 54 Jahren in Chicago beim Amateurwettbewerb Golden Gloves gewonnen hat", aber auch zwei Sparringshandschuhe, "extra weich, für die Softies unter uns". Aber auch die haben es in sich. Storms: "Da sind echte Blutspuren drauf." Echt der Hammer!