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SZ-Sommerrätsel - Glockenbachviertel:Mitten im Leben

Er ist der wohl bekannteste Rätselautor Deutschlands und zugleich kennt ihn keiner: CUS. Diesen Sommer hat er erneut ein SZ-Sommerrätsel ausgeknobelt, das durch die schönsten Ecken Münchens führt. Die fünfte Rätsel-Tour erwartet Sie im Glockenbachviertel.

Sie haben es nicht leicht, die Menschen, die erst in den letzten Jahren hierher gezogen sind und dafür viel Geld hingelegt haben: Der Lärm, der Dreck, die vielen Kneipen! Und sie haben es nicht leicht, die Menschen, die hierher kommen, um im beliebtesten Ausgehviertel Münchens zu feiern: Die ruhebedürftigen Anwohner, die vielen Beschwerden, die strikten Ruhezeiten! Beide Lager sind voneinander genervt. Und natürlich gibt es noch die Schwulen und Lesben, die schon vor vielen Jahren das Viertel für sich entdeckt haben, weil man hier unter Gleichgesinnten ist und sich auf der Straße als Paar zeigen kann, ohne belästigt zu werden. Sie fürchten nun um ihre tolerante Heimat, seit immer mehr Partyvolk, nicht selten von Außerhalb, immer öfter diskriminierende Sprüche reißt und manchmal sogar handgreiflich wird.

Das fünfte Sommerrätsel führt ins Glockenbachviertel.

(Foto: Stephan Rumpf)

Kaum ein Viertel Münchens birgt so viel Konfliktstoff wie Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel. Das Problem: Alle wollen sie hier sein, wo das Leben ist; nur dass eben viele unterschiedliche Auffassungen davon haben, wie dieses Leben aussehen soll. Schon vor Jahren hat hier außer dem zunehmenden Umbau zum Szeneviertel ein Wandel eingesetzt: die vielzitierte "Gentrifizierung", die viele mit Sorge betrachten. Leute mit Geld drängen in das zentrumsnahe Quartier, die Folge: Günstige Wohnungen gibt es hier kaum mehr, wer ein altes Haus saniert, kann horrende Mieten verlangen - sei der Wohnraum noch so klein oder ungünstig geschnitten. Viele kleine Läden und Kneipen sind verschwunden und schnieken Büros und Szene-Lokalen gewichen - eine Entwicklung, gegen die sich Alteingesessene oft vergeblich wehren. Trotzdem gibt es sie noch, die kleinen Ateliers, die Hinterhofautowerkstätten, die Nachbarschaftkneipen in (noch) unsanierten Häusern, die kleinen Lebensmittel- oder Getränkemärkte. Wer sich auf einen Streifzug durch diesen Teil der Isarvorstadt begibt und diesen Mix aus Alt und Neu, aus zentraler Lage und Isarnähe sieht, wird verstehen, warum so viele Menschen so verrückt nach diesem Viertel sind.

Um sich an dieser Folge des Sommerrätsels zu beteiligen , braucht allerdings niemand das ganze Viertel abzulaufen. Nur zwischen Müller- und Westermühlstraße, Pestalozzi- und Klenzestraße (siehe Spielplan) sollte man die Augen offen halten. So begrenzt das Spielfeld sein mag - so abwechslungsreich sind die Ansichten. Viel Spaß beim Rätseln!

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