SZ-Sommerrätsel, Folge 8: Altstadt:Eine Unbekannte, die jeder kennt

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Zigtausende bevölkern tagsüber die Münchner Altstadt, doch nur wenige wissen um die Geschichte ihrer Viertel. Die achte Folge des SZ-Sommerrätsels führt sie auf eine historische Entdeckungsreise. Die Regeln finden Sie auf Seite 2.

Die Münchner Altstadt - kennt man doch, nicht wahr? Kein Problem für den SZ-Sommerrätselprofi. Aber kennt man sie wirklich? Weiß der Spaziergänger, der auf dem nicht sonderlich großen Areal, das einst die mittelalterliche Stadtmauer umfasste, unterwegs ist, in welchem Viertel er sich gerade befindet? Weiß er überhaupt, dass es diese Viertel gibt? Doch, es gibt sie: Die Graggenau - der Name geht vermutlich auf das alte Wort ,,Graggen'' für Krähen zurück -, die ehedem von Bächen durchzogen war, die die Mühlen der Müller und Bäcker antrieben; das Kreuzviertel, wo sich in alter Zeit die Klöster ansiedelten, später der Adel und dann die Banken; das Angerviertel, wo im Mittelalter das städtische Freudenhaus stand und das heute mit dem Viktualienmarkt wieder einen attraktiven Mittelpunkt hat; und das Hackenviertel, früher das Quartier einfacher Leute mit schmalen Gassen und Hinterhofgärten.

Die Münchner Innenstadt aus der Luft. Früher lebten hier 35.000 Menschen, heute sind es nur noch wohlhabende 8000, die sich in der Altstadt eine Wohnung leisten können. (Foto: bildextern)

Was dem aufmerksamen Altstadtflaneur bald auffällt: Der historische Kern Münchens gibt keineswegs ein homogenes Bild ab, er ist alles andere als ein Freilichtmuseum mittelalterlicher Baukultur. Im Gegenteil: Die Stadt, die erst gegen Ende des 18.Jahrhunderts begann, die Fesseln der alten Befestigungsanlagen zu sprengen, hat sich innerhalb der Mauern laufend verändert. Auf engem Raum haben diverse Stilepochen ihre Spuren hinterlassen: Hat die Spätgotik mit der Frauenkirche ein unübersehbares Zeichen gesetzt, so antwortet die Renaissance darauf mit dem gewaltigen Bau von St. Michael, dessen Ästhetik schon ein wenig ins Barocke lappt. Rokoko, Historismus, Jugendstil, die Moderne - alles findet sich in der Altstadt.

Während um das Jahr 1800 rund 40.000 Menschen in dem Areal innerhalb der Mauern lebten, sind es heute nur etwa 8000. Den knappen und teuren Wohnraum können sich nur wenige leisten, zumal ein Großteil der Immobilien zahlungskräftigen Unternehmen vorbehalten ist. Und doch ist die Altstadt keineswegs entvölkert, schon gar nicht tagsüber, wenn eilige Büromenschen und Shopper auf Scharen von Touristen und weltentrückte Stadtbummler treffen. Gottlob bietet die City ausreichend Orte des Innehaltens und Atemholens. So kann man sich am Rindermarkt-Brunnen der Illusion eines plätschernden Gebirgsbachs hingeben, man kann im Hofgarten die vorbeistöckelnden Schönheiten bestaunen oder man lässt sich im Biergarten auf dem Viktualienmarkt nieder und wartet, was der Tag noch bringt.

Übrigens kommen auch schüchterne Einheimische in der Altstadt leicht mit Fremden ins Gespräch. Man muss nur mit Kennermiene in den Gassen herumspazieren, irgendwann kommt garantiert ein Italiener, ein Chinese oder ein Rheinländer und fragt, wo der Weg zum Hofbräuhaus ist. Der traditionsbewusste Münchner schickt die Fragenden in die falsche Richtung, weil ohnehin schon genug Fremde im Hofbräuhaus sitzen.

Auf der nächsten Seite finden Sie die Regeln zum Spiel oder Sie klicken einfach hier , um direkt zum Rätsel zu gelangen.

SZ-Sommerrätsel, Folge 8: Altstadt
:Eine Unbekannte, die jeder kennt

Zigtausende bevölkern tagsüber die Münchner Altstadt, doch nur wenige wissen um die Geschichte ihrer Viertel. In der achten Folge des SZ-Sommerrätsel gehen Sie auf historische Entdeckungsreise. Viel Erfolg!

Das Spielfeld ist diesmal denkbar einfach: vom Karlstor am Stachus über die Neuhauser Straße und Kaufingerstraße zum Marienplatz und weiter durch das Tal bis zum Isartor. Der Karlsplatz selbst und der Isartorplatz gehören nicht mehr zum Spielfeld. Die Seitenstraßen gehören ebenfalls nicht dazu. Doch kann man vom Spielfeld aus vielleicht das ein oder andere in einer Seitenstraße erblicken.

SZ-Sommerrätsel, Folge 8: Altstadt
:Eine Unbekannte, die jeder kennt

Zigtausende bevölkern tagsüber die Münchner Altstadt, doch nur wenige wissen um die Geschichte ihrer Viertel. In der achten Folge des SZ-Sommerrätsel gehen Sie auf historische Entdeckungsreise. Viel Erfolg!

Wie lange dauert es?

Eine Route dauert etwa zwei Stunden. Das ist aber nur eine grobe Schätzung: Einige werden es schneller schaffen, andere lassen sich mehr Zeit.

Wohin mit der Lösung?

Sie haben zehn Tage Zeit, um diese Folge des SZ-Sommerrätsels zu lösen. Schicken Sie Ihre Lösung bis zum Montag, 5. September (Poststempel), per Postkarte an die folgende Adresse: Süddeutsche Zeitung Lesermarkt, ,,Sommerrätsel - Teil 8'', Hultschiner Straße 8, 81677 München. Oder senden Sie die Lösung per E-Mail unter dem Stichwort ,,Sommerrätsel - Teil 8'' an: sz-lesergewinnspiel@sueddeutsche.de.

Unvermeidlich

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des Süddeutschen Verlags und deren Angehörige dürfen gerne mitraten, können aber nichts gewinnen.

Und nächste Woche?

Am Samstag der kommenden Woche geht das Sommerrätsel weiter. Die Spurensuche führt dann in die Pinakothek der Moderne.

Und die Auflösung?

Die finden Sie in zwei Wochen in der Süddeutschen Zeitung oder online unter sueddeutsche.de/sommerrätselacht.

© SZ vom 27.08.11 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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