Kioskgeschichten:Der Kiosk ist auch für die Wartenden gut

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Kioskgeschichten: Sie arbeiten nicht bei Tageslicht, das scheint der guten Laune bei den Kiosk-Mitarbeiterinnen aber nicht zu schaden.

Sie arbeiten nicht bei Tageslicht, das scheint der guten Laune bei den Kiosk-Mitarbeiterinnen aber nicht zu schaden.

(Foto: Robert Haas)

Die hell beleuchteten Kioske sollen ebenfalls der Sicherheit dienen. Der Gedanke: Wenn am Bahnsteig wenig los ist, fühlen sich Fahrgäste angesichts eines noch geöffneten Kiosks besser aufgehoben. Und sollte wirklich etwas passieren, können die Mitarbeiter schnell einen Notruf absetzen.

Das sei bisher noch nicht passiert, sagt Thomas Schindlböck, der Münchner Standortleiter der Cucci-Kioske. Seit der Eröffnung werde das Angebot an allen drei Münchner Filialen gut angenommen. "Stoßzeiten sind zwischen 7 und 10 Uhr und zwischen 16 und 18 Uhr", sagt Schindlböck.

Freilich ist der Bahnsteigkiosk wie so vieles Neue auch ein Berlin-Import, wo Cucci-Chef Norbert von Allwörden die ersten Filialen eröffnet hat und wo es mit 18 Kiosken bisher die meisten gibt, gefolgt von Frankfurt mit sechs Standorten. Nicht alle davon sind wie die Münchner Filialen an U-Bahnsteigen. Zu den drei bisherigen im Münchner Untergrund sollen noch weitere dazukommen, erzählt Schindlböck, während er auf die neuerliche Schlange von Fahrgästen schaut, die die U 3 gerade ausgespuckt hat.

An welchen Stationen noch Potenzial ist und ob überhaupt, stehe aber noch nicht fest. Denn nicht alle Bahnsteige sind für Kioske geeignet - manche sind einfach zu schmal. Und bis 2013 waren die Verkaufsstände ohnehin undenkbar, vor allem wegen des Brandschutzes. Da die neuen Kioske aber mit einer modernen Technik ausgestattet sind, ließen sich die Stadtwerke München als Vermieter überzeugen. Wenn die hochsensiblen Rauchmelder im Kiosk anschlagen, schließen sich automatisch die Scheiben vor dem Tresen, um ein mögliches Ausbreiten eines Feuers zu unterbinden.

An solche Feinheiten denken die Tausende von Passagieren nicht, die tagtäglich das 100 Kilometer lange U-Bahnnetz Münchens mal bequem sitzend, mal genervt gequetscht durchqueren. Viele freuen sich, dass sie nicht extra ins Zwischengeschoss hochfahren müssen, wenn sie schnell einen Kaffee wollen. Eine Steigerung wären nur noch Stewardessen, die direkt im Wagen Getränke verticken.

In Hamburg gibt es seit elf Jahren immer wieder mal Aktionen, bei denen Zugbegleiterinnen den Passagieren die Sicherheit in den Zügen erklären. Der Spiegel titelte weiland nicht gerade nett "Saftschubsen im Untergrund" - und lag damit auch ziemlich falsch. Denn Getränke schenken die uniformierten Damen dort noch nicht aus. Auch für München klänge die Idee zwar charmant. Aber ein freundlich lächelnder Mensch, der sich mit einem Servierwagen, durch die Massen quetscht, dürfte dann doch eine hübsche Utopie bleiben.

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