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SZ-Serie: Alles anders:Fossilien in der Speisekammer

Hefe von 1999

Corona bringt Relikte aus dem letzten Jahrtausend ans Tageslicht.

(Foto: privat)

Alle Welt berichtet nun analog, fernmündlich oder digital von verwegenen Koch- und Back-Experimenten. Von manchen möchte man eigentlich lieber gar nicht erfahren, weil sie einem allein beim Zuhören auf den Magen schlagen können. Deshalb haben wir auch etwas gezögert, dieses Küchenabenteuer, das uns aus zweiter, jedoch hochverlässlicher Hand zugetragen wurde, hier weiterzugeben. In den bangen Tagen der Hefe-Krise, die ja nun auch schon nahezu hinter uns liegt, hat also die Verwandte einer Bekannten aus der allerhintersten Schrankhöhle ihrer Einbauküche ein 21, in Worten einundzwanzig, Jahre altes Astronauten-Packerl Trockenhefe ans Tageslicht gebracht und es mir nichts, dir nichts verbacken. Erst nachdem alle ihren wunderbaren Striezel unbeschreiblich komplimentiert hatten und sich unisono wohlauf und gesund fühlten, rückte sie heraus mit der Geschichte. Und kündigte gleich an, mit der Ewigkeitshefe weiter backen zu wollen.

© SZ vom 27.05.2020 / czg

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