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SZ-Serie: Alles anders:Bewegung an der frischen Luft

Auf Solidarität unter Nachbarn gibt man auf der Schwanthalerhöhe viel. Dem Prinzip folgt auch der Verein "Westend United", eine Initiative vor allem kickaffiner Väter, die ihre und andere Kinder fußballerisch anleiten, mit viel Lust am Dribbeln und gleichzeitig frei von Leistungsdruck und Tabellenrankings. Hier wird gebolzt, wöchentlich, freiwillig, bei Sau- und auch bei schönem Wetter. Aber sich treffen und trainieren, dürfen sie derzeit so wenig wie alle anderen Ballsport-Enthusiasten. Deshalb hat der Vereinsvorstand entschieden: keine Mitgliedsbeiträge für 2020. Einerseits soll dies das Familienbudget der Mitglieder-Eltern entlasten. Wer andererseits auf den Zugewinn aber verzichten kann, dem gibt Vorsitzender Ekkehard Kissel einen nicht untypischen Westendler-Tipp: "Bestellt doch einfach mit dem erlassenen Beitrag bei einem lokalen Gastronom etwas und lasst es Euch schmecken, prima win/win Situation dann, freut uns auch!"

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Aus Home-Office wird offenbar zunehmend Garden-Office. Da sitzen sie dann, die Männer und vielleicht auch Frauen und sehen nebenbei das Gras wachsen. Da man den Rasen im Gegensatz zum Haupthaar selbst kürzt, greifen sie in der nächstbesten Pause zum Mäher. Aber immer erst, wenn der Krach des benachbarten Mähers verklungen ist. Man braucht ja schließlich auch mal ein wenig Aufmerksamkeit in diesen Zeiten. Immerhin verteilt sich das vielstimmige Konzert der Rasenmäher nun auf die Wochentage, dann ist vielleicht am Samstag zur Kaffeezeit wirklich mal Ruhe im Garten.

© SZ vom 26.05.2020 / ands, re

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