Als Roberto fünf Jahre alt war, im Jahr 2021, holte seine Mutter Martha A. ihn wie immer am Spätnachmittag aus der Kita ab. Am Abend sollte es für ihn dann in die Badewanne gehen, eigentlich ein großer Spaß für den kleinen Jungen. Doch dabei erlebte Martha A. einen Schock. „Plötzlich sind seine Hoden angeschwollen wie Luftballons. Sie wurden immer dicker. Nach fünf Minuten waren sie zwanzigmal so groß wie vorher“, erzählt sie von ihren Erinnerungen.
Martha A. rief einen Krankenwagen, der Roberto (Name von der Redaktion geändert) mitnahm. Diagnostiziert wurde die sehr seltene Nierenkrankheit Nephrotisches Syndrom. Die Ärzte hätten ihr gesagt, dass man nicht wisse, wie die Krankheit entstehe, aber betroffen seien vor allem Jungen und Männer. „Er bekam sofort 120 Milligramm Kortison per Infusion“, erinnert sich Robertos Mutter an den schlimmen Abend. „Das ist eine sehr hohe Dosis, die er zwei Wochen lang erhielt.“ Dann wurde diese Medikamentengabe langsam ausgeschlichen.
Doch die Folgen waren nicht mehr zu verhindern: Roberto nahm extrem an Gewicht zu. Martha A. musste deshalb einen kompletten Satz neuer Kleidung für ihren Sohn kaufen, die nicht einfach aufzutreiben waren. „Er brauchte quasi zwei Größen gleichzeitig. Wenn es oben passte, musste ich die Hosenbeine abschneiden.“ Auch heute braucht sie für Roberto ständig neue Kleidung, denn er wächst extrem schnell. Von der Krankenkasse werden diese Kosten nicht erstattet.
Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder hat sich 2020 vom Kindsvater getrennt, nachdem dieser gewalttätig geworden war. Trost suchte Martha A. mit Roberto und seiner Schwester bei ihrer Mutter, die in Ungarn lebt. Das war kurz vor der Corona-Pandemie. Weil die Grenzen schnell dicht waren, konnte sie erst ein Jahr später nach Deutschland zurückkehren. Die kleine Familie wurde in einer städtischen Notunterkunft untergebracht, doch Martha A. ließ sich nicht einschüchtern. Sie wollte ihr Leben in den Griff bekommen und vor allem unabhängig werden. Zunächst begann sie einen Minijob, 2022 absolvierte sie eine Ausbildung zur Altenpflegeassistentin, die sie inzwischen abgeschlossen hat.
Wer Martha A. und ihrem kleinen Sohn Roberto oder anderen Menschen, die in Not geraten sind, helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, Sachspenden können leider nicht entgegengenommen werden.
Bareinzahlungen sind im neuen SZ-Servicepunkt, im Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz, Eingang Dienerstraße, 1. OG, möglich. Es ist von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.Sicher online spenden können Leser im Internet unter www.sz-gutewerke.de. Überweisungen sind auf folgendes Konto möglich:
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Außerdem ermöglichte ihr das Jobcenter, den Führerschein zu machen, sodass sie jetzt nach einer Stelle im ambulanten Pflegedienst sucht. Da sie alleinerziehend ist, steht sie allerdings an Feiertagen, Wochenenden und nachts nicht zur Verfügung. Außerdem kann sie aufgrund der aufwendigen Betreuung für Roberto auch noch nicht Vollzeit arbeiten. Doch langsam findet das Leben der Familie wieder zu einer gewissen Normalität zurück. Vor zwei Jahren bekam Martha A. die Zusage für eine Wohnung. Sowohl Mutter als auch Kinder fanden Freunde in der Nachbarschaft.
Roberto, inzwischen neun Jahre alt, entwickelt sich ebenfalls gut. Er konnte mit dem Schuljahr 2024/25 von einem Förderzentrum an eine Regelgrundschule wechseln. Seine zwölfjährige Schwester ist zum Glück gesund und hat keine Probleme.
Auch gesundheitlich geht es Roberto inzwischen viel besser. Zwar muss er noch starke Medikamente nehmen, wenn auch kein Kortison mehr, und alle drei Monate steht eine Kontrolle im Krankenhaus an. Aber der Junge hat wieder abgenommen. Großen Anteil daran hat die Fürsorge seiner Mutter, die darauf achtet, dass er Sport treibt. Seit eineinhalb Jahren bringt sie ihn viermal die Woche in ein Fitnesscenter – mit seinem Lieblingssport Fußball klappt es noch nicht so gut. „Dazu kommt der Schwimmunterricht in der Schule, also er tut wirklich viel“, sagt Martha A. nicht ohne Stolz auf ihren Sohn. Doch die Kosten für die ständig nötige Kleidung in einer größeren Größe und für das Fitnesscenter sind für die Mutter von ihrem Gehalt kaum zu stemmen.

