SZ Gute WerkeMit steigenden Preisen schwinden die Chancen für die Kinder

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Für Elias A. wird es immer schwieriger, mit dem knapper werdenden Geld die Familie satt zu bekommen.
Für Elias A. wird es immer schwieriger, mit dem knapper werdenden Geld die Familie satt zu bekommen. Bernd Weißbrod/pa

Obwohl Elias A. in Vollzeit arbeitet, reicht sein Gehalt nicht, um seine Familie in München zu ernähren. Wegen der Inflation sorgt er sich nun auch um die Zukunft seiner Kinder.

Von Karin Kampwerth

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Gut war das Leben nie für Elias A. in seiner irakischen Heimat. Er gehört der jesidischen Minderheit an, von radikalen Muslimen als Nichtgläubige verachtet und somit immer in Lebensgefahr. Dramatisch wurde die Situation für seine Volksgruppe mit dem Irakkrieg 2003, an dem die USA beteiligt waren und der zu massiver Gewalt im Land führte. Jesiden wurden zum Ziel von Anschlägen durch fundamentalistische Gruppen wie al-Qaida, was zu Fluchtbewegungen nach Europa und Nordamerika führte, insbesondere nach schweren Angriffen wie den Anschlägen von Sindschar bei Mossul 2007.

Am Abend des 14. August explodierten in einer Wohnsiedlung gleichzeitig vier Tanklastzüge. Mindestens 500 Menschen starben, weitere Hundert wurden verletzt. Das Blutbad hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst, die Überlebenden litten an Wassermangel, Hunger – und viele hatten kein Zuhause mehr, alles war zerstört. Man mag es Elias A. (alle Namen geändert), damals 22 Jahre alt, nicht verdenken, seine Zukunft in einem sicheren Land zu suchen. 2009 sollte sich dieser Traum für den jungen Mann erfüllen. Ihm gelang die Flucht, er fand in München ein neues Zuhause und auch noch seine große Liebe.

Mit seiner Frau, ebenfalls eine Jesidin, bekam er zwei Töchter und einen Sohn, inzwischen zehn, sieben und vier Jahre alt. Der Sozialarbeiter, der die Familie betreut, bezeichnet Elias A. als gut integriert und jemanden, der sich verlässlich um seine Angelegenheiten kümmert. Mehr als acht Jahre hat A. bei der Restaurantkette Vapiano gearbeitet. Doch mit Corona und der Insolvenz des Unternehmens wurde er arbeitslos. Aber A. ließ sich davon nicht unterkriegen und fand einen neuen Job, wieder in einer Münchner Restaurantkette. Das Gehalt allein reicht nicht aus, um sich im teuren München das Leben leisten zu können, weshalb Familie A. aufstockende Leistungen erhält. Das Ehepaar hat am Ende ein Ziel: Sie wollen ihren Kindern dieselben Chancen bieten, wie es Familien ohne Bürgergeldbezug für ihre Kinder können.

Was bei aller Zuversicht bleiben wird, ist die Sorge um seine Familie im Irak. Vor vier Jahren verstarb A.s jüngerer Bruder, die Mutter seiner Frau ist schwer krank und hat nicht mehr lange zu leben, seine eigene Mutter chronisch krank. Eine Reise in den Irak ist jedoch nicht möglich. Unabhängig davon, dass A. sich das gar nicht leisten könnte, wäre eine Rückkehr für ihn nach wie vor lebensgefährlich.

Und in der neuen Heimat von H. zerschlägt sich gerade die Hoffnung, bald unabhängig von staatlichen Leistungen zu sein, weil Inflation und Energiepreise die Familienkasse sehr belasten. Mama Shilan will deshalb ebenfalls eine Arbeit aufnehmen, weil die Mädchen in der Schule und der Sohn in der Kita sind. Doch dazu bräuchte sie einen Laptop, um sich bewerben zu können. Zudem benötigt die große Tochter ein neues Bett, weil ihr altes zu klein geworden ist und nun ihre jüngere Schwester darin schläft. Und der kleine Bruder wünscht sich sehnlichst ein Fahrrad, um mit seinen Spielkameraden im Hof zu toben.

Wer Elias A. oder anderen Menschen, die in Not geraten sind, helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, Sachspenden können leider nicht entgegengenommen werden.

Bareinzahlungen sind im neuen SZ-Servicepunkt, im Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz, Eingang Dienerstraße, 1. OG, möglich. Es ist von Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.Sicher online spenden können Leser im Internet unter www.sz-gutewerke.de.

Überweisungen sind auf folgendes Konto möglich:

SZ Gute Werke e. V.

HypoVereinsbank

IBAN: DE04 7002 0270 0000 0822 28

BIC: HYVEDEMMXXX

Spenden sind steuerlich abzugsfähig; bis zu einem Betrag in Höhe von 300 Euro reicht der vereinfachte Nachweis. Bei Spenden in Höhe von mehr als 300 Euro senden wir Ihnen die Spendenbestätigung zu, sofern auf der Überweisung der Absender vollständig angegeben ist.Jede Spende wird ohne Abzug dem guten Zweck zugeführt. Alle Sach- und Verwaltungskosten trägt der Süddeutsche Verlag.

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