Fahrt mit der Schwebebahn

Bei Jiyo wechseln sich gute mit schlechten Tagen ab, es geht immer auf und ab, wie eine Welle. Der Elfjährige hat einen sehr eigenen Kopf, er kann ziemlich wütend werden, man kommt dann kaum noch an ihn heran. Ein guter Tag dagegen ist etwa, wenn er in der Schule Weihnachtslieder singen darf. "Musik funktioniert immer", sagt sein Vater Uttam Kumar Saha. Sein Sohn ist Autist und besucht eine spezielle Förderschule. Die Eltern, die einst aus Bangladesch nach München kamen, haben es nicht immer leicht mit ihm. Aber sie gehen liebevoll mit ihm um, versuchen seine Welt zu verstehen und ihm die Aufmerksamkeit zu geben, die er braucht. Der Vater hat gerade seinen Job gewechselt, er arbeitet jetzt in einer Kantine, damit er sonntags immer frei hat und Zeit mit seinem Sohn verbringen kann. Oft gehen sie dann raus und fahren ein paar Stunden mit der U-Bahn kreuz und quer durch München. Schon immer war Jiyo fasziniert von den öffentlichen Verkehrsmitteln. U-Bahnen, S-Bahnen, Busse, Trambahnen, er liebt sie alle. Jiyo kennt das gesamte Münchner Verkehrsnetz auswendig und weiß immer, wie man von A nach B kommt, "besser als eine App", sagt sein Vater. Eines Tages sah Jiyo ein Video von der Schwebebahn in Wuppertal, seitdem will er sie unbedingt einmal live erleben. Eine Reise dorthin mit zwei Übernachtungen, zusammen mit seinem kleinen Bruder und seinen Eltern, das ist Jiyos größter Wunsch.

Bild: Alessandra Schellnegger 24. Dezember 2016, 16:342016-12-24 16:34:20 © sz.de/bla/cw/hob/ihr/eis/lela/kbl