Adventskalender-Bilanz:SZ-Leser spendeten mehr als zehn Millionen Euro

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Adventskalender-Bilanz: Für die 73. Hilfsaktion des "Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung" kamen mehr als 10,8 Millionen Euro zusammen.

Für die 73. Hilfsaktion des "Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung" kamen mehr als 10,8 Millionen Euro zusammen.

(Foto: SZ)

Die großzügigen Spenden helfen nicht nur Menschen in Notlagen. Als Ausdruck von Gemeinsinn stiften sie auch Zuversicht.

Von Sven Loerzer

So dunkel diese Zeiten auch vielen Menschen erscheinen, setzen doch Tausende von SZ-Leserinnen und SZ-Lesern ein leuchtendes Zeichen für den Zusammenhalt. Trotz Pandemie und Angriffskrieg gegen die Ukraine, trotz Inflation und Energiekrise kamen für die 73. Hilfsaktion des "Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung" mehr als 10,8 Millionen Euro zusammen, gut drei Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Maßgeblich Anteil an dem Rekordergebnis hatten neben Erbschaften die zusätzlich zur traditionellen Adventsaktion gestarteten Spendenaufrufe im Frühjahr. Sie brachten allein fast zwei Millionen Euro für Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflohen sind.

Der Krieg, sagt Adventskalender-Geschäftsführerin Anita Niedermeier, habe das Leben aller verändert: "Die Heiz- und Lebensmittelkosten steigen rasant, und viele Flüchtlinge müssen aufgenommen und versorgt werden." Immer mehr Menschen suchten finanzielle Hilfe in Münchens Sozialbürgerhäusern und bei den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände, "sie brauchen Unterstützung beim Lebensmittelkauf und bei anderen Anschaffungen". Dank der großzügigen Spenden der Leserinnen und Leser habe der Adventskalender sowohl den Menschen als auch Versorgungseinrichtungen, wie den Tafeln, schnell und unbürokratisch helfen können. Alle Kosten der Aktion trägt der Süddeutsche Verlag.

Vertrauen und Gemeinsinn seien beeindruckend, sagt Anita Niedermeier. "Als Rentnerin bekomme ich im Dezember die 300 Euro Energiepauschale. Mir geht es wie fast allen Menschen in meinem Umfeld", schrieb eine SZ-Leserin. "Dieses Geld brauche ich nicht notwendig, es sollte besser Menschen zugute kommen, die dringend Unterstützung brauchen in dieser Situation." Und sie fragte sich, wie es denn wäre, wenn Menschen, "die wie ich dieses Geld nicht unbedingt brauchen, es an den Adventskalender spenden, der damit Menschen in Not unterstützen kann?" Statt über das Prinzip "Gießkanne" zu schimpfen, könne man so aktiv werden zugunsten einer sinnvolleren Verteilung.

Eine "tolle Idee", wie Anita Niedermeier findet, der sich auch andere Leserinnen und Leser anschließen wollen. Mit den Spenden "können wir den verzweifelten Menschen das Gefühl vermitteln, sie sind nicht alleine - es gibt jemanden, der an sie denkt." Wie dankbar das angenommen wird, gehe aus den - meist handschriftlich verfassten - Dankschreiben hervor.

"Entschuldigen Sie meine Schrift, die Hand ist etwas gelähmt seit ein paar Jahren", schrieb ein Mann, für den der Adventskalender die Kosten einer Tierarztbehandlung seiner jungen, von den ursprünglichen Besitzern entsorgten Katze übernahm. "Sie wissen nicht, was Sie mir für eine Freude bereitet haben, gefühlsmäßig und finanziell. Für mich ist meine Katze ein und alles. Hätte ich nicht die Kleine, wäre ich schon nicht mehr hier."

Ein Mann, der sich von seinem Einkommen keine Brille leisten konnte, dankte herzlich für die Übernahme der Kosten: "Sie können sich vielleicht nicht vorstellen, wie ich mich darüber gefreut habe." An dem Tag, an dem er die Nachricht bekam, sei er mit starken Augen- und Kopfschmerzen von der Arbeit nach Hause gekommen. Als er den Brief sah, "fingen meine Hände an zu zittern. Ich konnte erst nicht glauben, dass meine Brille in vollem Umfang genehmigt wurde. Vielen, vielen Dank." Sehr überrascht reagierte ein Mann, "weil ich in 75 Jahren noch nie eine Spende bekommen habe. Das hat mir zu meiner Rente - 500 Euro - sehr geholfen und gutgetan. Vielen, vielen Dank dafür."

Bei den überwiegend älteren Empfängern kamen auch die rund 3000 Lebensmittelpakete und mehr als 1000 Lebensmitteltaschen gut an. So dankte eine alte Frau ganz herzlich: "Ich habe mich so gefreut, denn das hätte ich mir niemals von meiner kleinen Rente leisten können - so tolle hochwertige Produkte. Es ist schön, dass es Menschen gibt, die für andere etwas Gutes tun, denen es nicht so gut geht."

Unser Spendenkonto:

Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung e.V. Stadtsparkasse München, IBAN DE 86 7015 0000 0000 6007 00, BIC SSKMDEMMXXX. Spenden an den SZ-Adventskalender sind steuerlich absetzbar. Bei Überweisungen von mehr als 300 Euro übersenden wir eine Spendenquittung. www.sz-adventskalender.de

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