"Symbol der Grenzenlosigkeit":Ferne Freunde

Städtepartnerschaft München  Bershewa

Münchens OB Dieter Reiter und sein israelischer Kollege Ruvik Danilovich unterzeichnen via Stream.

(Foto: Catherina Hess)

Städtepartnerschaft zwischen Be'er Scheva und München offiziell unterzeichnet

Von Anna Hoben

2700 Kilometer liegen zwischen dem israelischen Be'er Scheva und München - und trotzdem sollen die beiden Städte sich künftig ganz nah sein. Am Mittwoch hat der Münchner Stadtrat sich einstimmig für die Begründung einer Städtepartnerschaft ausgesprochen. Es ist für die Landeshauptstadt die achte Beziehung dieser Art - und die erste neu geknüpfte seit 25 Jahren. Für Be'er Scheva hingegen ist München bereits die Nummer 16, und das, obwohl die Stadt am Rand der Wüste Negev nur 210 000 Einwohner zählt.

Wie leicht Distanzen durch das Mittel der Videokonferenz überwunden werden können, hat die Corona-Pandemie gezeigt. Und so bot der Verwaltungs- und Personalausschuss des Stadtrats ein weiteres Novum: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und sein israelischer Kollege Ruvik Danilovich unterschrieben die Partnerschaftsurkunden zeitgleich vor laufender Kamera. Dass während der Videokonferenz ein paarmal das Bild aus dem Rathaus in Be'er Scheva einfror und der Bildschirm kurz vor der Unterzeichnung vor einer instabilen Verbindung warnte, wollte freilich niemand als schlechtes Omen interpretieren. Im Gegenteil, hier wie dort freut man sich auf die Zusammenarbeit, sei es auf der kulturellen, der wissenschaftlichen oder der sportlichen Ebene. Vor allem aber freuen sich alle darauf, sich hoffentlich bald persönlich kennenlernen zu können.

Wegen der Pandemie war der Bürgermeister von Be'er Scheva nicht nach München geflogen. Dennoch sei die Partnerschaft ein "Symbol der Grenzenlosigkeit", sagte Danilovich. "Es gibt keine Grenzen, wenn man zusammenkommen will", so übersetzte die Dolmetscherin im Ratssaal seine Worte. Die Welt ändere sich rasant, und es sei die Aufgabe der Politik, den Menschen Antworten auf diese Veränderungen zu geben. Eine Städtepartnerschaft könne dazu viel beitragen. "Durch die Zusammenarbeit werden wir klüger und besser."

Den Kontakt zum rasant wachsenden Be'er Scheva hatte die Generalkonsulin Israels in München, Sandra Simovich, hergestellt. Sie habe sich zu Beginn ihrer Amtszeit gewundert, dass München keine Partnerschaft mit Israel unterhalte, sagte sie. Dass diese nun realisiert wurde, sei eine "wichtige Errungenschaft". München mit seiner problematischen Geschichte als "Hauptstadt der Bewegung" in der NS-Zeit setze damit ein deutliches Zeichen der Freundschaft zu Israel. Auch für sie persönlich sei es ein gelungener Abschluss ihrer Amtszeit, sagte Simovich. Sie kehrt demnächst nach Israel zurück.

© SZ vom 22.07.2021
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