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Sturm "Sabine" in München:Welche Bahnen wieder fahren und wo es noch Probleme gibt

Sturmtief 'Sabine' -  Fürstenfeldbruck

Arbeiter der Bahn räumen bei Eichenau im Landkreis Fürstenfeldbruck Äste aus den Gleisen.

(Foto: dpa)
  • Bei der S-Bahn kam es auch am Dienstag bis circa 18 Uhr auf den Linien S 6 und S 7 zu Problemen.
  • An den Münchner Schulen fand am Dienstag normaler Unterricht statt.
  • Nach dem stundenlangen Abfertigungsstopp am Montag normalisiert sich der Betrieb am Flughafen München wieder.
  • Die Behörden raten von Spaziergängen in Parks ab, Münchens Friedhöfe bleiben geschlossen.

Gesperrte Strecken und Zugausfälle: Der Betrieb der Münchner S-Bahn läuft weiter nicht normal - mehr als einen Tag, nachdem der Sturm Sabine den Großraum München erreicht hat. Seit Dienstagmorgen fahren nach Angaben der Bahn zwar die meisten Linien wieder. Weiterhin gesperrt waren aber die Gleise der S6 zwischen Starnberg und Tutzing un der S 7 zwischen Wolfratshausen und Baierbrunn. Auf diesen Strecken wurden laut Bahn Passagiere mit Bussen und Taxis befördert. Weil es weiter stürmte und schneite, wurden die Aufräumarbeiten erschwert, teilte die Bahn mit. Gegen 18 Uhr waren beide Strecke wieder frei.

Bei den Regionalzügen der Bahn kommt es noch zu Beeinträchtigungen. So ist etwa die Strecke von München in Richtung Kochel weiter gesperrt. Von München aus in Richtung Buchloe und auch in Richtung Garmisch-Partenkirchen (ab Tutzing) fahren inzwischen wieder Züge. Einen Überblick über den Regionalverkehr in Bayern liefert die Bahn auf ihrer Internetseite. Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) konnte bis gegen 13 Uhr die Strecke zwischen Tegernsee und Schaftlach nicht befahren, inzwischen ist sie wieder frei. Für U-Bahn, Bus und Tram in München meldete die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) keine Probleme mehr.

Sturm Sabine war am Montag seit etwa fünf Uhr früh über München gezogen. Bald darauf war der S-Bahn-Verkehr eingestellt worden, am Flughafen auch die Abfertigung. Diese wurde am Montagabend wieder aufgenommen, dort normalisiert sich der Betrieb. Etwa 80 Flüge sollen auch am Dienstag noch ausfallen. Dies sei Folge der Annullierungen vom Montag, als Crews und Flugzeuge auf andere Flughäfen ausweichen mussten, sagte ein Sprecher. Im Erdinger Moos waren am Montag etwa 800 der 1050 geplanten Flüge gestrichen worden.

Die Schulen in Stadt und Landkreis München konnten an diesem Dienstag mit einer Ausnahme wieder öffnen: Im Landkreis München fand an der Erich-Kästner-Grund- und Mittelschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn aufgrund eines Sturmschadens am Dach kein Unterricht statt.

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Die Müllabfuhr arbeitet wieder, die Friedhöfe bleiben vorerst zu

Für München gilt inzwischen eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor Sturmböen bis Dienstagabend um 20 Uhr, allerdings ist dies eine Warnstufe niedriger als noch am Montag. In der Stadt bleiben die Friedhöfe vorerst weiter geschlossen, Trauerfeiern und Beerdigungen wurden laut Stadt größtenteils abgesagt, könnten am Mittwoch aber vermutlich wieder stattfinden. Zu blieb auch der Schlosspark Nymphenburg, der Englische Garten sollte nicht betreten werden, hieß es von der Parkverwaltung. Der Tierpark Hellabrunn hingegen öffnete wieder regulär.

Geleert wurden am Dienstag wieder die Mülltonnen; da dies am Montag nicht möglich war, werden sich die Leerungen diese Woche verschieben, wie der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb (AWM) mitteilte. Auch die Wertstoffhöfe sind inzwischen grundsätzlich wieder geöffnet. Allerdings könnten sie "witterungsbedingt" kurzfristig geschlossen werden. Gefährlich ist hier, dass einzelne Windböen Gegenstände aus den offenen Sammelcontainern wehen und durch die Luft wirbeln können.

Der Sturmtag in der Nachlese:

Zwar verkehrten am frühen Montagmorgen noch S-Bahnen, und zwar vom Betriebsbeginn an. Sie fuhren aber langsamer als normal. Und gegen 7.45 Uhr war dann komplett Schluss - "aus Sicherheitsgründen", wie die Bahn mitteilte. Alle Bahnen rollten noch bis zur nächsten Station und blieben stehen. Einzige Ausnahme: Zwischen Pasing und Ostbahnhof gab es einen Pendelverkehr. Um 13 Uhr meldete die Bahn schließlich, dass die S 1 wieder regulär fährt - ebenso wie die S 2 zwischen den Stationen Altomünster und Erdweg. Bis zum Abend kam es zu aber Ausfällen und Beeinträchtigungen - zur aktuellen Betriebslage.

Für die Busse und Trambahnen in München meldete die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am Morgen Beeinträchtigungen auf fast allen Linien, also Ausfälle von Fahrten und Verspätungen. Die U-Bahnen fuhren weitgehend normal, nur auf der Linie U 6 gab es Probleme. Der Grund: Im Norden der Stadt verkehrt sie oberirdisch, dort mussten die Bahnen langsamer fahren als gewöhnlich.

Kitas bleiben geöffnet

Wie in ganz Bayern fiel auch in München der Unterricht an allen Schulen aus. Die Münchner Stadtschulrätin Beatrix Zurek teilte über Twitter mit, dass Lehrer dennoch zum Dienst kommen sollten. Städtische Kitas waren geöffnet. Die Entscheidung, die Schulen zu schließen, sei von der Regierung für ganz Oberbayern getroffen worden, sagte Zurek am Montag. Für die Münchner Kitas wiederum habe man in der Stadtverwaltung das Für und Wider abgewogen und sich dann für die Öffnung entschieden.

Das sei auch eine Sicherheitsfrage: Denn in die Schule gingen Kinder in der Regel alleine, sagte Zurek. Bei den Kindergärten und Krippen konnten Eltern nun entscheiden, ob sie ihr Kind dorthin bringen wollen. Wie viele der Kindertagesstätten der freien Träger an diesem Montag offen haben, darüber habe die Stadt keinen Überblick, sagte Zurek. Auch diesen habe man aber die Empfehlung der Stadt weitergegeben, auf Ausflüge oder Aufenthalte im Freien zu verzichten.

Verletzte oder größere Unfälle infolge des Sturms gab es bislang offenbar nicht in München. Die Polizei sprach am Mittag von 93 Einsätzen wegen Sturmschäden und 69 Einsätzen, um Gefahrenstellen zu sichern. Der erste Alarm sei um 5.18 Uhr eingegangen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Am Waldheimplatz in Waldperlach drohte ein Baum auf ein Hausdach zu fallen. Die Feuerwehr sicherte ihn mit einem Kran.

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Zahlreiche Flüge für Montag annulliert

Am Münchner Flughafen ruhte seit etwa sieben Uhr der Betrieb, die Abfertigung war wegen des Windes weitgehend gestoppt - ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit müssen Arbeiten auf dem Vorfeld eingestellt werden, also etwa das Betanken oder Beladen von Flugzeugen. Es saßen aber keine Passagiere in Maschinen fest, sagte ein Sprecher. Bereits am Sonntag waren nach Angaben des Flughafens mehr als 130 Starts und Landungen wegen des Sturms gestrichen worden.

Insgesamt waren 800 von 1050 Flügen annulliert worden, die eigentlich am Montag in München hätten starten und landen sollen, sagte ein Sprecher. Im Erdinger Moos maß der Deutsche Wetterdienst Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 119 Stundenkilometern. Nach dem Abfertigungsstopp heben seit dem frühen Montagabend wieder Maschinen ab.

Mülltonnen bleiben voll, Prüfungen werden abgesagt

Der Sturm hat weitere Folgen für viele Bereiche des öffentlichen Lebens in der Stadt: In München wurden am Montag keine Mülltonnen geleert. Auch die Wertstoffhöfe blieben geschlossen, wie der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb mitteilte. Die Polizei bat darum, die Tonnen gut zu verstauen - da umgewehte Behälter unnötige Einsätze nach sich zögen.

Der Tierpark Hellabrunn blieb am Montag ebenso geschlossen wie alle Friedhöfe der Stadt. Die Technische Universität (TU) teilte mit, alle für diesen Tag geplanten Prüfungen auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben.

© SZ.de/bica/kast
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