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Studie zum "Finale dahoam":Auch die Stadt hat von dem Finale dahoam profitiert

So genau diese Zahlen errechnet sein mögen, sie dürften nur Näherungen bleiben. Der wirtschaftliche Effekt derartiger Großereignisse lässt sich nicht exakt beziffern. Schon allein wegen der Tatsache, dass die Luzerner Studie die Menschen, die nach München kamen, um einfach so während des Spiels in der Stadt zu sein, gar nicht berücksichtigt. Gänzlich unplausibel erscheinen ihre Ergebnisse freilich nicht, denn auch im Wirtschaftsreferat der Stadt wurde kurz vor dem Finale aufgrund von Erfahrungswerten errechnet, dass die anreisenden Fans dem Einzelhandel, der Gastronomie und dem Transportgewerbe gut 50 Millionen Euro zugute kommen ließen, wie Referatssprecher Wolfgang Nickl erläutert. Das ist ziemlich genau die Größenordnung, auf die auch die Luzerner Forscher gekommen sind.

Interessant sind deren Ergebnisse vor allem, da vor fast jeder Entscheidung über Sportgroßveranstaltungen heftig debattiert wird, inwieweit eine Ausrichterstadt davon profitiert. In Ermangelung konkreter Zahlen ziehen die Befürworter dann meist das Argument heran, schon allein der Werbeeffekt für die jeweilige Stadt rechtfertige den Aufwand. Der freilich ist in dem Rütter+Partner-Papier noch gar nicht berücksichtigt.

Da die Uefa die Studie bislang nicht veröffentlicht hat, kommentieren oder erläutern die Autoren weder ihr Vorgehen noch die Ergebnisse. Auf seiner Internetseite lässt das Institut aber keinen Zweifel daran, warum Organisationen wie die Uefa ein Interesse an konkreten Zahlen haben: Im Zentrum der öffentlichen Diskussionen stehe "häufig der hohe finanzielle Aufwand, der mit der Ausrichtung der Events einhergeht und der nicht zuletzt in großen Teilen von der Bevölkerung des Austragungslandes getragen werden muss", heißt es da.

Deshalb sei der "Bedarf an empirischen Daten gewachsen, die die ökonomische Wirkung der Fußball-Großereignisse messen". Anders aber als bei einer Bewerbung um Olympische Spiele beispielsweise hat München bei Fußballspielen den Vorteil, dass dafür nichts gebaut werden muss, kein neues Stadion, keine Straßen, keine U-Bahn-Linien. Die Kosten sind also weit geringer, der positive Effekt der Veranstaltungen entsprechend größer.

Steuereinnahmen von elf Millionen Euro

Im Falle der nun in Gang gebrachten Bewerbung um Europameisterschaftsspiele rechnet die Landeshauptstadt mit Kosten von grob 7,5 Millionen Euro - für ein Fanfest, Gratis-MVV-Tickets der Stadionbesucher, ein Rahmenprogramm und dergleichen mehr. Dass sich diese Ausgaben lohnen, davon gab sich Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bereits im Februar überzeugt, als die Bewerbungspläne erstmals öffentlich präsentiert wurden.

Selbst im Stadtrat, in dem viele Sportmuffel säßen, habe keiner den wirtschaftlichen Ertrag des Champions-League-Finales 2012 angezweifelt, sagte Ude seinerzeit. Und der sei bei einer Europameisterschaft noch viel höher. Die bisherigen Kosten für die EM-Bewerbung hat im Übrigen allein der FC Bayern München getragen, dem das Stadion in Fröttmaning gehört.

Für das Finale 2012 musste die Landeshauptstadt etwa 1,5 Millionen Euro hinlegen, die Kosten des Freistaats für den Einsatz der Polizei natürlich nicht mitgerechnet. Aber auch da hat die Uefa dank der Studie von Rütter+Partner nun ein gutes Argument an der Hand: Die kommt zu dem Ergebnis, der öffentlichen Hand habe das Finale Steuermehreinnahmen in Höhe von elf Millionen Euro gebracht.

© SZ vom 31.08.2013/tba

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