Studie des Tropeninstituts:Corona-"Durchseuchung" in München gering

Nur ein geringer Teil der Münchner Bevölkerung weist derzeit Antikörper gegen das Coronavirus auf. Das ist ein erstes - vorläufiges - Ergebnis der großen "KoCo19"-Studie, an der das Tropen-Institut der LMU seit April arbeitet. Genauere Zahlen sollen "in den nächsten Wochen" veröffentlicht werden, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Für die Studie wurden 3000 Haushalte zufällig ausgewählt, daraus ist nun eine Kohorte von gut 6000 Studienteilnehmern erwachsen. Ihre Untersuchung soll Auskunft geben über die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung, die sogenannte Durchseuchung. Studienleiter Michael Hölscher hatte aber schon zu Beginn der Arbeiten vermutet, dass die Zahl der Infizierten und wieder Gesundeten im niedrigen einstelligen Prozent-Bereich liegen wird. Zunächst hatte es geheißen, erste Ergebnisse könnten im Frühsommer erwartet werden. Die Verzögerung begründet das Institut zum einen mit dem Grundsatz "Sorgfalt vor Schnelligkeit", zum anderen damit, dass mehr und bessere Testverfahren angewendet werden, die zum Teil im April noch gar nicht bekannt waren. Zudem hat das KoCo19-Labor des Tropeninstituts eigene Testungen entwickelt - etwa ein Verfahren, bei dem getrocknetes Blut auf Filterpapier auf Antikörper untersucht werden kann, laut Institutsleiter Hölscher eine "sehr zuverlässige" Methode.

© SZ vom 20.08.2020 / stha
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