NahverkehrStreik in München: Diese U-Bahnen, Busse und Trams fahren trotzdem

Lesezeit: 2 Min.

Einige Busse sind trotz des Verdi-Streiks in München noch unterwegs.
Einige Busse sind trotz des Verdi-Streiks in München noch unterwegs. Robert Haas

Im öffentlichen Nahverkehr kommt es erneut zu erheblichen Einschränkungen. Zwischen Marienplatz und Fröttmaning fährt seit dem Vormittag jedoch die U-Bahn.

Von Andreas Schubert

Wer an diesem Mittwoch in München unterwegs ist, muss sich auf deutliche Einschränkungen und längere Fahrzeiten einstellen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt im Nahverkehr erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Davon sind U-Bahn, Tram und alle Buslinien bis Nummer 199 in München betroffen. Der Ausstand dauert von 3.30 Uhr bis Donnerstagfrüh, 12. Februar, 3.30 Uhr. Auch in Nürnberg und Bayreuth wurde zu einem ganztägigen Ausstand aufgerufen.

Wie bereits am ersten Streiktag vergangene Woche ist auch am Mittwoch nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nur ein stark eingeschränkter Betrieb möglich.

Seit 10 Uhr verkehren zwischen Marienplatz und Fröttmaning jedoch wieder U-Bahnen. Damit ist auch die Fröttmaninger Arena mit der U-Bahn zu erreichen. Dort findet am Abend (Anstoß 20.45 Uhr) das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig statt. Im übrigen Netz fahren keine U-Bahnen, auch Garching wird nicht angefahren. Mit der begrenzten Anzahl an Mitarbeitern im Fahrdienst, in der Leitstelle und im Aufsichtsdienst sei kein vollständiger Betrieb einzelner Linien möglich, teilt die MVG mit.

Verrammelt und verriegelt: Bei den U-Bahnen ging in München am Mittwoch zunächst nichts.
Verrammelt und verriegelt: Bei den U-Bahnen ging in München am Mittwoch zunächst nichts. Robert Haas
Entsprechen verwaist waren viele Stationen deswegen, wie hier am Sendlinger Tor.
Entsprechen verwaist waren viele Stationen deswegen, wie hier am Sendlinger Tor. Robert Haas

So fahren Busse und Trambahnen

Beim Bus ist etwa die Hälfte der Fahrzeuge einsatzbereit, weil die privaten Busunternehmen, die für die MVG fahren, nicht bestreikt werden.

Auf diesen Linien fahren die Busse zumeist alle 20 bis 30 Minuten: X30, X35, X36, X80, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58/68, 59, 60, 62, 63, 132, 135, 142, 143, 145, 150, 151, 153, 154, 157, 160, 161, 162, 164, 168, 174, 176, 180, 181, 182.

In größeren Abständen, teilweise nur alle 40 Minuten oder stündlich fahren die Busse der Linien: 100, 130, 134, 136, 139, 140, 141, 144, 149, 155, 158, 159, 163, 165, 166, 167, 169, 170, 171, 172, 173, 175, 177, 178, 179, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197, 198, 199.

Bei der Tram werden an diesem Streiktag zumindest zwei Linien im Zehn-Minuten-Takt bedient. Seit 6 Uhr haben die Linie 20 (zwischen Karlsplatz und Moosach Bahnhof) und die Linie 25 (zwischen Max-Weber-Platz und Grünwald) den Betrieb aufgenommen. Auf weiteren Strecken sind aber keine Trambahnen unterwegs.

Wer wissen will, was noch wohin fährt, findet in der Verbindungsauskunft auf mvg.de und in der App MVGO Informationen. Die Meldungen werden laufend aktualisiert.

Der übliche Bustransfer für Fans von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke steht von 16.30 Uhr an zur Verfügung und wird zusätzlich verstärkt. Die Busse fahren nicht direkt zum Stadion, sondern zum Kieferngarten. Von dort ist die Allianz-Arena fußläufig über die Kieferngartenstraße erreichbar. Nach dem Spiel fahren die Busse bei Bedarf vom Kieferngarten auf direktem Weg zum Stachus.

Die S-Bahn ist zwar nicht vom Streik betroffen. Doch von 22.20 Uhr an ist auch sie wegen Bauarbeiten nur eingeschränkt in Betrieb, zwischen Donnersbergerbrücke und Pasing fahren Ersatzbusse.

Im Münchner Umland sind auch die Dachauer Stadtwerke vom Streik betroffen. Verdi hat diesmal explizit auch das Busfahrpersonal zum Ausstand aufgerufen.

Darum geht es bei dem Streik

Verdi fordert in dem Tarifstreit für die Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr eine Lohnsteigerung von 668,75 Euro im Monat, die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sowie höhere Zuschläge etwa bei Schichten am Wochenende. Die Arbeitgeberseite bezeichnet diese Forderungen als „realitätsfern“ und verweist auf klamme Kassen der Kommunen. In der ersten Verhandlungsrunde beinhaltete das Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverband in Bayern (KAV) eine Erhöhung der Tarifgehälter um fünf Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

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