Straßenfest in München Der Corso Leopold soll wachsen

Bei schönem Wetter tummeln sich Zehntausende Menschen auf dem Corso Leopold, der gleichzeitig mit dem Streetlife-Festival stattfindet.

(Foto: Florian Peljak)
  • Die Veranstalter wollen, dass sich das Straßenfest künftig auf gut zwei Kilometern zwischen Siegestor und Parzivalplatz erstreckt. Eine Genehmigung steht aber noch aus.
  • Der Corso Leopold soll vom Donnerstag, 23. Mai, bis Sonntag, 26. Mai, stattfinden und sich gleich zwei Anlässen widmen - der Europawahl und dem Jubiläum des Grundgesetzes.
  • "Wir sehen uns als Straßenfest mit Meinung", sagte Lars Mentrup, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Corso Leopold".
Von Johannes Korsche

Der Corso Leopold will sich bei seiner nächsten Ausgabe deutlich vergrößern. Das Straßenfest bespielt dann, geht es nach den Veranstaltern, vom Donnerstag, 23. Mai, bis Sonntag, 26. Mai, die Leopoldstraße auf gut zwei Kilometern zwischen Siegestor und Parzivalplatz. Etwa 15 Veranstaltungsbühnen und mehr als 150 Informationsstände sollen sich an dem Wochenende dem Motto "Heimat Europa" widmen.

Damit verbindet das Fest zwei Anlässe, die 2019 aktuell sein werden: das 70. Jubiläum des Grundgesetzes und die an dem Wochenende anstehende Europawahl. "Wir sehen uns als Straßenfest mit Meinung", sagte Lars Mentrup, der für die SPD im Schwabinger Bezirksausschuss sitzt und dort als stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Corso Leopold" die Pläne vorstellte. Von der Stadt genehmigt ist diese räumliche Verlängerung des Festes allerdings noch nicht. Man warte zunächst den entsprechenden offiziellen Antrag ab, heißt es im Kreisverwaltungsreferat.

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Der Corso Leopold findet an zwei Wochenenden im Jahr statt, jeweils parallel mit dem Streetlife-Festival. Mehrere hunderttausend Besucher kommen dann auf Ludwig- und Leopoldstraße, die zwischen Odeonsplatz und Münchner Freiheit komplett für den Autoverkehr gesperrt werden - der Corso Leopold belegt den nördlichen teil der Flaniermeile.

Neues Zentrum des Corso soll im Mai dann das Areal rund um die Erlöserkirche an der Leopold-, Ecke Ungererstraße, sein. Dort ist geplant, neben einem Biergarten und Essensständen die Hauptbühne aufzubauen. Dadurch könnte auch ein Langzeitprojekt der Schwabinger Lokalpolitiker erledigt werden, die Leitplanke auf der Mittelinsel der Ungererstraße zu entfernen. Dort, wo der Corso bisher verlief, zwischen Siegestor und Münchner Freiheit, ist der Schwerpunkt auf Kunst und Kultur, Sport und Lifestyle gelegt. Durch die Verlängerung des Straßenfestes nach Norden sollen sich die Stände hier ein wenig entzerren. Im neuen Teil, von der Münchner Freiheit bis zum Parzivalplatz, liegt der Schwerpunkt vor allem auf innovativen Mobilitätskonzepten: Unter anderem sind eine Ausstellung zu Flugtaxis - vielleicht sogar mit Probeflügen - sowie Stände zur Elektromobilität angedacht.

Der 70. Jahrestag zum Inkrafttreten des Grundgesetzes soll an drei Orten mit dem thematischen Dreiklang "Einigkeit, Recht und Freiheit" aufgegriffen werden. Am Parzivalplatz ist ein Ausstellungs- und Aktionsschwerpunkt zum Thema "Einigkeit mit der Welt" vorgesehen, wie es in dem Konzept heißt. Dem "Recht" ist der Bereich um die Kreuzung Leopold-, Ecke Rheinstraße gewidmet. Die "Freiheit" wird - wie sollte es anders sein - an der Münchner Freiheit gefeiert.

Auf der gesamten Länge des Corso wollen die Veranstalter eine sogenannte Shared-Space-Zone ausprobieren - ein Konzept, das das gleichberechtigte Miteinander von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern auf der Straße voraussieht. Daher könnte die Tramlinie 23 entweder in Schrittgeschwindigkeit weiter die Leopoldstraße entlangfahren oder zuvor schon in die Parzivalstraße in Richtung Scheidplatz abbiegen. Grundsätzlich soll die Leopoldstraße wieder auf ganzer Corso-Länge für Autos gesperrt werden. Einzig für die Überfahrt von der Rhein- zur Potsdamer Straße bliebe sie ampelgeregelt offen. Ansonsten müssen Autofahrer die Leopoldstraße umfahren.

Ekkehard Pascoe, Vorsitzender des Vereins "Corso Leopold" und BA-Mitglied für die Grünen, freut sich bereits auf ein Fest, das den "typischen Schwabinger Geist atmet". Mit dem Corso werde die Leopoldstraße zu einem Ort der Begegnung und der Diskussion. Es entstehe auf diese Weise ein "Experimentierraum für eine neue Stadtkultur".

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