Mit Koks auf der Wiesn erwischtStrafbefehl für Adele-Konzertveranstalter Leutgeb

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Klaus Leutgeb holte den britischen Superstar Adele im vergangenen Sommer für zehn Konzerte nach München - und wurde mit Kokain auf dem Oktoberfest erwischt.
Klaus Leutgeb holte den britischen Superstar Adele im vergangenen Sommer für zehn Konzerte nach München - und wurde mit Kokain auf dem Oktoberfest erwischt. (Foto: Stefan M. Prager/Imago)

Erst Ehrengast beim Oktoberfest-Anstich, dann mit Kokain vor dem Käfer-Zelt aufgegriffen: Klaus Leutgeb will die Geldstrafe akzeptieren, die die Staatsanwaltschaft wegen des Erwerbs von Betäubungsmitteln von ihm fordert.

Am 17. Januar hat Klaus Leutgeb unerfreuliche Post bekommen. An diesem Tag wurde seinen Verteidigern ein Strafbefehl vom Amtsgericht München zugestellt, den ein dortiger Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I drei Tage zuvor ausgestellt hatte. Vorgeworfen wird dem Konzertveranstalter der vorsätzliche Erwerb von Betäubungsmitteln, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte. Der Strafbefehl sehe „die Ahndung mit einer Geldstrafe vor“. Zur Höhe machen die Behörden keine Angaben, denn noch handele es sich um ein laufendes Verfahren.

Vom Tag der Zustellung an hat Leutgeb zwei Wochen Zeit, Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen. Akzeptiert er die Strafe nicht, kommt es zu einem öffentlichen Verfahren am Münchner Amtsgericht. Danach sieht es aber nicht aus.

Leutgeb bestätigte den Strafbefehl der SZ. Der tz sagte er: „Es handelt sich hier um eine Geldbuße, zu der ich mich bekenne und diese auch bezahle.“ Und weiter: „Das ist auch keine Vorstrafe.“

Das deutet darauf hin, dass die Geldstrafe nicht höher liegt als 90 Tagessätze, denn dann taucht sie in einem polizeilichen Führungszeugnis nicht auf. Üblich sind in derlei Fällen 60 bis 90 Tagessätze.

Leutgeb war am ersten Tag des Oktoberfests 2024 um 0.20 Uhr von Polizeibeamten in Zivil vor dem Käfer-Zelt mit Kokain erwischt worden. Seiner Darstellung nach habe es sich um zwei „Briefchen“ gehandelt. Diese habe er zuvor von einem Mann erworben, der ihn vor dem Zelt angesprochen habe. Aufgrund exzessiven Alkoholgenusses habe er sich „in einem willenlosen Zustand“ befunden, erklärte der 54 Jahre alte Österreicher zu dem Vorfall der Bild-Zeitung.

Der Fall hat eine politische Dimension. Leutgeb hatte in den vergangenen Jahren Großkonzerte von Helene Fischer, Robbie Williams und Andreas Gabalier in München organisiert und im Sommer 2024 zehn Auftritte der britischen Pop-Künstlerin Adele in einem eigens errichteten Stadion auf dem Messegelände in Riem, die insgesamt mehr als 700 000 Menschen besucht hatten. Der wirtschaftliche Nutzen für die Stadt war groß gewesen.

Entsprechend war Leutgeb beim Oktoberfest auch empfangen worden. Zum Einzug hatte ihn Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) zur Mitfahrt in seiner Kutsche eingeladen. Vor dem Koks-Aufgriff war Leutgeb zudem Gast in der Ratsboxe gewesen, in der die Stadt zum Anstich Ehrengäste bewirtet.

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