Stolpersteine in München:Die Geschichte der Stolpersteine in München

1997: Der Kölner Künstler Gunter Demnig startet die Stolperstein-Aktion.

2. März 2003: Brief Demnigs an den damaligen Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) mit der Bitte, auch in München Steine setzen zu dürfen.

27. Juni 2003: Der Ältestenrat des Münchner Stadtrats lehnt die Verlegung von Stolpersteinen auf öffentlichem Grund ab.

15. Juni 2004: Ablehnung des Projekts im Stadtrat. Nur Grüne, Rosa Liste und PDS stimmen für die Stolpersteine. Noch am gleichen Tag werden die im Mai von Demnig in Erinnerung an Paula und Fritz Jordan in der Mauerkircherstraße - ohne Genehmigung der Stadt - verlegten Stolpersteine ausgegraben und auf dem jüdischen Friedhof deponiert. Der in England lebende Sohn Peter Jordan wird von der Stadt nicht informiert.

21. Dezember 2004: Bei einer Feier auf dem St.-Jakobs-Platz nennt Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, die Stolperstein-Befürworter "Gedenk-Täter".

1. September 2007: Der erste Stolperstein auf Privatgrund, für Heinrich Oestreicher in der Viktor-Scheffel-Straße 19. Knapp ein Jahr später werden in unmittelbarer Nachbarschaft weitere Steine verlegt für Jeanette, Julie Katharina und Leopold Weiss sowie für Judith Ziegler.

16. Mai 2009: In München treffen sich Stolperstein-Initiativen aus ganz Deutschland. Tags darauf Verlegung von Stolpersteinen in der Haydnstraße 12 für Eugenie und Otto Max Wilhelm Benario sowie in der Kyreinstraße 3 für Betty, Esther, Hanna und Simon Berger, Julia Früh, Wilhelm Mamma, Natalie und David Mayer, Irma, Richard und Wolfgang Reiss.

20. November 2011: In der Kyreinstraße wird ein weiterer Stolperstein verlegt - für Eugenie Isaac.

18. April 2013: In der Widenmayerstraße 16 werden Stolpersteine für Else und Julius Basch sowie für Klara Strauss verlegt sowie in der Lindwurmstraße 205 für Sophie und Emanuel Gutman.

21. Dezember 2013: Stolperstein für die ermordeten Zeugen Jehovas Rosa Günther in der Isartalstraße 34 und Viktoria Klimm in der Entenbachstraße 45. Am Tag zuvor hatte die Stadtratsfraktion der Grünen eine neue Debatte über das städtische Verbot gefordert.

5. Mai 2014: Erstmals wird ein Stolperstein im Gedenken an ein "Euthanasie"-Opfer verlegt - für Max Sax in der Von-der-Tann-Straße 7.

2. Oktober 2014: Der Stadtrat beschließt, am 5. Dezember ein Hearing zu den Stolpersteinen zu veranstalten. Wenige Tage später sagt Charlotte Knobloch im Gespräch mit Oberbürgermeister Dieter Reiter ihre Teilnahme ab. bm

Die Anhörung im Stadtrat findet am Freitag, 5. Dezember, von 9 bis 12 Uhr im Alten Rathaussaal, Tordurchfahrt zum Tal, statt. Interessierte können sich bis Donnerstag, 4. Dezember, (13 Uhr) unter hearing.stolpersteine@muenchen.de melden. Es gibt noch einige Restplätze für das Publikum.

© SZ vom 04.12.2014/infu
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