Stickoxid-Messungen Durchatmen am Stachus

Die Münchner Luft wird besser, wie neue Auswertungen zeigen

Von Dominik Hutter

Sauber ist die Münchner Luft bei weitem noch nicht - aber sie befindet sich auf dem Weg der Besserung. Nach ersten Auswertungen des Landesamts für Umwelt herrschte an der Messstelle Landshuter Allee im Jahr 2018 eine durchschnittliche Belastung mit Stickstoffdioxid von 66 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. 2017 lag dieser Wert bei 78, 2016 bei 80µg. Zu hoch ist das freilich immer noch, der Grenzwert liegt bei 40µg. Am Stachus sank die Belastung mit dem vor allem aus Dieselabgasen stammenden Schadstoff von 56 im Jahr 2016 über 53 im Jahr 2017 auf nunmehr 48µg. Die anderen drei Münchner Messstellen des Landesamt haben den Grenzwert eingehalten. An der Lothstraße wurden 27µg gemessen, in Allach 24 und in Johanneskirchen 20. Der Stunden-Grenzwert, der 200µg je Kubikmeter Luft beträgt, wurde lediglich einmal an der Landshuter Allee gerissen. Zulässig wären 18 Überschreitungen pro Jahr.

Damit setzt sich eine seit Jahren messbare Entwicklung fort. Auch der vor Jahren als großes Problem geltende Feinstaubanteil in der Luft bewegt sich inzwischen im "legalen" Rahmen. Zum Vergleich: 2003, noch vor Inkrafttreten der EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid, wurde am Stachus ein Jahresmittelwert von 68µg Stickstoffdioxid registriert, die Feinstaubbelastung lag an 56 Tagen oberhalb des (seit 2005 gültigen) Grenzwerts. Zulässig sind 35 Tage. 2018 waren es nur noch acht.

Die Messstellen des Landesamts können allerdings nicht die Situation in der gesamten Stadt abbilden - sie sind nur als Repräsentanten einer bestimmten Situation gedacht. Landshuter Allee und Stachus stehen für innerstädtische Gebiete mit hoher Verkehrsbelastung, die Lothstraße für innerstädtisches Gebiet mit Hintergrundbelastung, Johanneskirchen und Allach für vorstädtischen Hintergrund. Um einen besseren Überblick auch über andere Straßenzüge zu bekommen, betreibt inzwischen auch die Stadt München 21 Messstellen für Stickstoffdioxid. Die Jahresergebnisse für 2018 liegen noch nicht vor, aber die Ergebnisse der ersten drei Quartale lassen ebenfalls eine Besserung erwarten. Über dem Grenzwert liegen demnach vier Straßen, darunter die Chiemgau- und Tegernseer Landstraße.