Kahlschlag beim Energiekonzern Eon baut in München bis zu 1500 Arbeitsplätze ab

Der Stellenabbau bei Eon übertrifft die schlimmsten Befürchtungen: Die Konzerntochter Eon Energie in München wird aufgelöst. Mindestens 1000 Jobs fallen weg. Die Mitarbeiter wollen sich wehren.

Von Michael Tibudd

Man hatte seit August mit einer heftigen Streichungsorgie gerechnet, aber die nun vorgestellten Pläne übertreffen die schlimmsten Befürchtungen bei weitem: Der Energiekonzern Eon wird in München in den kommenden Jahren bis zu 1500 Arbeitsplätze abbauen. Von den heute etwa 2500 Beschäftigten würden dann gerade noch um die 1000 übrig bleiben.

Die Konzerntochter Eon Energie, bei der heute 400 Menschen in einem repräsentativen Gebäude an der Brienner Straße arbeiten, wird - wie es zu erwarten war - aufgelöst, der Bau, der erst 2007 fertiggestellt wurde, wird verkauft. Aber auch bei fast allen anderen der insgesamt elf Eon-Töchter, die in der Stadt vertreten sind, wird es Kürzungen geben, ebenso im Rest von Bayern.

Viele Mitarbeiter, die am frühen Nachmittag auf Betriebsversammlungen informiert wurden, reagierten geschockt. Mitarbeitervertreter kündigten massiven Widerstand gegen die Pläne des Konzerns an. "Wir verlangen sozialverträgliche Regelungen", sagt der stellvertretende Betriebsratschef bei Eon Energie, Martin Cegla.

Darüber hinaus wollen die Mitarbeitervertreter in den kommenden Tagen ein Alternativkonzept vorstellen, das einen Verbleib wesentlicher Aufgaben im Deutschlandgeschäft des Konzerns in München vorsieht. Eine solche Tochter Eon Deutschland will das Unternehmen nun in Essen aufbauen. "Wir haben ein hohes Interesse, dass möglichst viele qualifizierte Beschäftigte nach Essen wechseln", sagte dazu Eon-Vorstand Bernhard Reutersberg der SZ.

Für all jene, die einen solchen Umzug nicht mitmachen können, wolle man das Ausscheiden aus dem Eon-Konzern begleiten. "Wir fühlen uns für die Mitarbeiter verantwortlich", sagte Reutersberg. Mit dem Betriebsrat wolle man nun schnell über Vermittlungsangebote und den Aufbau einer Transfergesellschaft verhandeln.