bedeckt München
vgwortpixel

Tipps zur Stauvermeidung:"Das wird die Hölle!"

Warnstreiks bei der Bahn

An sich braucht man für den Münchner Berufsverkehr schon viel Geduld - während des GDL-Streiks wird erst recht Stau erwartet.

(Foto: dpa)

Wie kommt man trotz voller Straßen schnell ans Ziel? Zahlreiche Münchner Pendler suchen während des GDL-Streiks nach Ausweichrouten fürs Auto. Was Taxifahrer im Umland raten und was es zu vermeiden gilt.

Wie kommt man als Pendler trotz voller Straßen am schnellsten nach München? Die SZ hat Taxifahrer im Umland nach ihren Tipps gefragt.

Süden: Wer sich aus dem Süden der Stadt nähern will, sollte den Rat von Erkut Aydemir befolgen. Der Taxifahrer aus Grünwald warnt: "Bloß nicht über die Martin-Luther-Straße fahren. Das wird die Hölle!" Er ist sich sicher, dass gerade hier ein Nadelöhr auf dem Weg nach München sein wird, da derzeit eine Baustelle zusätzlich den Verkehr ausbremst. Auch die Route über den Giesinger Berg sei während des S-Bahn-Streiks keine gute Idee, "eher eine Katastrophe". Alternativ schlägt Aydemir vor, den Harlachinger Berg hinunter zu fahren, an der Harlachinger Einkehr vorbei und am Tierpark über die Thalkirchner Brücke. Wer in Pullach startet, sollte die Heilmannstraße nehmen, empfiehlt der Taxifahrer. "Über die Schäftlarnstraße Richtung Heizkraftwerke dürfte es einigermaßen gehen." Am besten aber fahre man erst gegen zehn Uhr los. Er selbst rechnet gerade in der Früh mit einem Ansturm an Anfragen. Vorgebucht habe kaum einer, "erst wenn die Leute merken, dass keine S-Bahn kommt, rufen sie ein Taxi."

Westen: Wer wegen des Lokführer-Streiks auf dem Weg nach München auf ein Taxi umsteigen will, muss viel Zeit mitbringen. Bis zu drei mal so lange wie üblicherweise könnte es dauern, schätzt Siegfried Hofmann, der als selbständiger Taxifahrer in Fürstenfeldbruck arbeitet. Schleichwege gebe es mittlerweile eigentlich gar nicht mehr, die meisten Ausweichrouten seien längst allgemein bekannt. "Alles ist verstopft, da lässt sich nicht viel Zeit einsparen." Der schnellste Weg, glaubt Hofmann, führt trotz Stau und Streik über die Lindauer Autobahn. Den schlimmsten Stau erwartet Hofmann in München selbst. "Ich würde jedem Fahrgast raten, sich zur nächstgelegenen U-Bahn-Station oder auch zum Pasinger Bahnhof fahren zu lassen", sagt er. Vor allem der U-Bahnhof Laimer Platz liegt nahe an der Autobahn, zumindest dem innerstädtischen Stau kann man auf diese Weise aus dem Weg gehen. So oder so: "Es wird hektisch werden".

Norden: Mit nur einem Satz kann Erika Altmann den Pendlern die Hoffnung nehmen: Schleichwege in die Landeshauptstadt kennt auch sie, die erfahrene Taxifahrerin, nicht. Sie und ihre Kollegen, die mit ihren Wagen am Freisinger Bahnhof stehen, sind aber überzeugt davon, dass sowohl auf der Autobahn als auch auf der Landstraße zwischen Freising und München mit deutlich mehr Verkehr und auch Staus während der nächsten Tage zu rechnen ist. Bereits am Mittwochmorgen will Altmann deutlich mehr Verkehr bemerkt haben. Ihrer Meinung nach werden die Menschen auch während der nächsten Tage auf das Auto oder Busse umsteigen: "Die Leute gehen auf Nummer sicher, um das Risiko, womöglich stundenlang auf einen Zug warten zu müssen, zu umgehen." Aufgrund der hohen Medienpräsenz hätten alle Betroffenen vorab die Chance, sich auf mögliche Verspätungen, Ausfälle oder eben alternative Verkehrsmittel einzustellen.

Osten: Aus dem Landkreis Ebersberg führen nicht viele Straßen nach München. Schon an gewöhnlichen Tagen braucht man als Autofahrer Geduld und starke Nerven. Maik Mütterlein, Taxiunternehmer aus Grafing, würde am Donnerstag vor allem die Bundesstraße 304 meiden: "An der Ampelkreuzung in Eglharting staut sich der Verkehr teilweise bis Kirchseeon." Aber auch wer hier noch Glück hat: "Spätestens am Ostkreuz Haar ist alles dicht", so die Prognose von Mütterlein. Er empfiehlt, in Eglharting von der B 304 abzufahren und über Pöring und Weißenfeld nach München zu fahren. Richtige Schleichwege gebe es indes nicht mehr: "Mit der Meute auf der Hauptachse nach München zu fahren, ist meistens ein Problem. Die Leute aus dem Landkreis wissen das." Monika Pawelczyk ist seit 33 Jahren im Taxigewerbe tätig. Sie hat einen anderen Tipp: "Solange der Verkehr nicht steht, ist es immer am geschicktesten über die Autobahn zu fahren." Dafür lohne sich sogar der Umweg durch den Ebersberger Forst. Ansonsten helfe oft nur, einfach ein bis zwei Stunden später als alle anderen loszufahren.

© SZ vom 06.11.2014/hilb/mas/jk/jpl/ebri
Zur SZ-Startseite