Zum 6. Dezember In Pöcking kommt der echte Nikolaus

Der Heilige Nikolaus in Aschering, diesen Besuch wollten sich 30 Kinder mit ihren Eltern am Mittwochabend nicht entgehen lassen. Der Nikolaus (Sepp Kaspar) hatte auch seinen Krampus (Thomas Bernhardt) dabei.

(Foto: Georgine Treybal)

Fast alle Kinder ziehen Josef Kaspar am Bart. Doch der besteht jeden Test. Einen Krampus hat der gute Mann auch dabei.

Von Sylvia Böhm-Haimerl

Der Nikolaus trägt ein Bischofsgewand und einen langen, weißen Bart. Dieser muss echt sein. Von einem falschen Bart lassen sich die Kinder nicht beeindrucken, weiß Josef Kaspar aus Maising. Seit nunmehr 33 Jahren schlüpft der Landwirt am Nikolausabend in sein Gewand und besucht die Kinder in Pöcking. In dieser Zeit hat er viel erlebt. Fast jedes Kind zieht am Bart, sobald sich der Nikolaus zu ihm hinunterbeugt. Ist es kein echter Bart, sei das Kind maßlos enttäuscht, sagt Kaspar.

Schon in jungen Jahren trug Kaspar einen Bart. Das sei das Auswahlkriterium gewesen, als er zum ersten Mal gefragt wurde, ob er als Nikolaus in der Gemeinde auftreten will. Den Bart trägt der 66-Jährige heute noch, nur muss er ihn nicht mehr färben für seinen Auftritt. Damit er aber garantiert lang genug ist, um die Kinder zu beeindrucken, schneide er ihn ab dem Frühherbst nicht mehr.

Bis zu 50 Kinder zwischen einem und 17 Jahren umringen ihn auf den fünf Stationen in Pöcking. Sogar die Kleinsten unter ihnen sind kritisch und achten auf jedes noch so kleine Detail: "Wo hast Du Deine Rentiere gelassen? Wo ist mein Schnuller, den ich Dir letztes Jahr mitgegeben habe? Hast Du ein Handy?" Oft wird er mit dem Weihnachtsmann verwechselt. Dann erklärt Kaspar geduldig, dass er der Bischof von Myra ist und an seinem Namenstag die Kinder beschenkt.

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Man müsse alles richtig machen, spontan sein und vor allem Humor haben, so Kaspars langjährige Erfahrung. "Man muss immer eine Idee schlagfertiger sein, als die Kinder." Wenn sich Halbstarke unter die Kinder mischen, die ihm die Mirta vom Kopf ziehen wollen oder ihn mit Schneebällen bewerfen, kommt der Krampus zu Einsatz. "Ohne ihn wäre ich verloren", sagt der gebürtige Maisinger. Sein Partner wiege etwa 150 Kilo. Wenn der einen Rowdy mit ausgestrecktem Arm hochziehe, gebe es keine Schwierigkeiten mehr.

Der Krampus bleibt allerdings draußen, wenn der Nikolaus Hausbesuche macht. Da lässt er sich nur von seinen Engeln begleiten. Sie dürfen nicht zu klein sein, damit sie die Situation entschärfen können, falls ein Kind Angst bekommt und weint. Und bei seinen öffentlichen Auftritten müssen sich sogar brave Engel wehren können. Einmal seien sie von ihren Klassenkameraden angegriffen worden, erinnert sich Kaspar, und es gab eine Rauferei. "Es ist anstrengend, aber es macht auch Spaß", resümiert der 66-Jährige, der selbst fünf Kinder hat und noch lange nicht ans Aufhören denkt.

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