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Zentrum in Tutzing:Vierstöckiger Glasturm

Gemeinderat erlaubt Software-Unternehmen höheren Neubau

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Tutzing

In dem Gewerbegebiet an der Bräuhaus-/ Bahnhofstraße in Tutzing soll ein neues Geschäftshaus entstehen. Nachdem der frühere Nutzer abgesprungen ist, will der neue Eigentümer umplanen. Der Käufer ist nach Angaben von Bürgermeisterin Marlene Greinwald (FW) die Firma Lobster. Das Unternehmen, das Software-Lösungen anbietet, sei ein Tutzinger Unternehmen, das wieder in die Gemeinde zurückkomme, sagte sie. "Diese Firma ist ein Glücksfall".

Wie Städteplaner Professor Florian Burgstaller erläuterte, habe dem Käufer die bislang geplante Lochfassade nicht gefallen. Stattdessen soll nun ein dreistöckiger Bau mit einem vierstöckigen Glasturm entstehen. Das Gebäude soll insgesamt 2,40 Meter höher werden, als ursprünglich geplant. Dafür ist eine Bebauungsplanänderung notwendig, die der Gemeinderat am Dienstag nach eingehender Debatte einstimmig abgesegnet hat.

Die Firma Lobster ist von Tutzing nach Starnberg abgewandert und später nach Pöcking umgezogen. Nach dem Tod des Pöckinger Ehrenbürgers Otto von Habsburg hat das Unternehmen seine Villa in der Hindenburgstraße gemietet. Dass die Firma Lobster nun wieder nach Tutzing zurückkommt, wurde von den Räten unisono mit großer Erleichterung aufgenommen. Zumal das Unternehmen laut Greinwald die Mitarbeiterzahl von 100 auf mindestens 220 aufstocken will. "Die Firma ist auf Wachstum ausgelegt. Das freut uns sehr", brachte Wolfgang Behrens-Ramberg (Tutzinger Liste) die Meinung der Räte auf den Punkt. "Wir bekommen einen Gewerbesteuerzahler und qualifizierte Arbeitsplätze", fügte Heinrich Reiter (FW) hinzu.

Die Glasfassade wird laut Burgstaller mit beweglichen Sonnenschutzlamellen in verschiedenen Grüntönen ausgestattet, die dem Firmenlogo des Eigentümers entsprechen. Im Erdgeschoss ist neben einer Firmenkantine auch ein öffentliches Restaurant geplant, für das nach Burgstallers Angaben ein um einen Meter höherer Raum benötigt wird. Die offenen Großraumbüros in den restlichen Stockwerken werden ebenfalls um jeweils 35 Zentimeter erhöht. Das Dachgeschoss wird zurückversetzt. Die Dachterrasse wird begrünt und soll den Mitarbeitern zur Erholung dienen. Laut Burgstaller hat der Eigentümer einen weiteren Wunsch angemeldet. Das geplante Duplex-Parksystem in der Tiefgarage soll entfallen, so dass sich die geplante Anzahl von 50 Stellplätzen verringert. Wolfang Marchner (Bürger für Tutzing) sagte, er habe Sorge, dass künftige Bauwerber höhere Gebäude fordern könnten. Stefan Feldhütter (FW) befürchtete, dass das Ende der Fahnenstange nicht erreicht ist und das Gebäude nach und nach wachsen könnte. "Wir sollten die Chance ergreifen. Bei unserer Landschaft können wir nur in die Höhe bauen", betonte Stefanie von Winning (CSU). Ihre Fraktionskollegin Elisabeth Dörrenberg erinnerte an den Mut der Vorfahren, die die wesentlich höhere Brauerei genehmigt hätten. Christine Nimbach (Grüne) forderte eine gemeinsame Grünplanung aller Eigentümer durch einen guten Landschaftsplaner. Ein Platz mit hoher Aufenthaltsqualität und Fußweg zum Krankenhaus solle entstehen. Burgstaller versprach alle benachbarten Eigentümer mit ins Boot zu holen. Die Planung sei auf jeden Fall besser als bislang, urteilte Greinwald.

© SZ vom 04.10.2018
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