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Wörthsee:Treffpunkt Acker

Wörthsee Spende-Übergabe, Am Tailsrain Wörthseeacker.

Es wächst und gedeiht (von links): Sassa Bäumler, Juliane Seeliger-von Gemmingen und Barbara König-Schmidbauer auf dem "Wörthseeacker".

(Foto: Georgine Treybal)

Gemeinde verpachtet 40 Parzellen an Hobbygärtner

Von Christine Setzwein, Wörthsee

Alles wächst und gedeiht auf dem "Wörthseeacker" - sofern nicht Schnecken, Rehe und Hasen verspeisen, was fleißige Hobbygärtner dort gesät und gepflanzt haben. Im Mai hat die Gemeinde auf einem Grundstück hinter der Kinderkrippe den Bürgern für eine geringe Pacht 40 Parzellen überlassen, wo sie Gemüse, Blumen und Kräuter anbauen können. Landwirt Paul Grundler, der die Fläche sonst bewirtschaftet, hat den Boden dafür umgepflügt und vorbereitet. Die gesamten Pachteinnahmen - genau 1160 Euro - haben Landwirt und Gemeinde nun der Nachbarschaftshilfe Wörthsee gespendet. Vorsitzende Marita Heßmann nahm am Dienstag den Scheck von Bürgermeisterin Christel Muggenthal entgegen.

38 Pächter können nun ernten, was sie gesät haben. Zucchini, Kohlrabi, Kohl, Lauch, Kürbis, Erbsen - mögen die Rehe am liebsten -, Bohnen, sogar Melonen wachsen auf dem Feld. Dabei geht es nicht nur um die Gartenarbeit und günstiges Gemüse. "Der Wörthseeacker ist zu einem sozialen Treffpunkt geworden", erzählt die Kulturbeauftragte Juliane Seeliger-von Gemmingen, die selbst eine Parzelle gepachtet hat. Die Corona-Krise habe das noch verstärkt. "Die Menschen freuen sich, unter Leute zu kommen." Zu den Pächtern gehören Familien mit Kindern genauso wie Rentner. Auf dem Acker werden Rezepte ausgetauscht oder biologische Methoden der Bekämpfung der gefräßigen Schnecken oder Kohlweißlingsraupen. Beim Kartoffelkäfer hilft nur eines: "Abklauben", weiß Barbara König-Schmidbauer, die Umweltbeauftragte der Gemeinde. Manche kommen auch mit einer Flasche Wein, setzen sich auf eine der Bänke und genießen den Sonnenuntergang. Im Herbst ist ein Erntedankfest geplant. Wegen der großen Nachfrage soll der "Wörthseeacker" auch im kommenden Jahr bestellt werden.

© SZ vom 16.07.2020

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