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Gastronomie:"Seehaus Raabe" öffnet nach Corona-Infektionen wieder

Raabe am See unter neuer Leitung

Die Seehaus-Raabe-Wirte (v. l.) Franz Sinnreich, Sonja Witiska und Michael Stannecker überlegen noch, wann sie ihr Lokal wieder öffnen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Das Landratsamt ist einverstanden, obwohl drei neue Fälle festgestellt werden. In Herrsching liegen die Testergebnisse der Schulkinder vor.

Von Astrid Becker und Christine Setzwein

Vor einer Woche haben die drei Wirte das "Seehaus Raabe" am Wörthsee freiwillig geschlossen, weil ein Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt war. Mittlerweile wurden vier Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Trotzdem öffnet das Seehaus an diesem Donnerstag wieder. "Alle Testergebnisse des restlichen Teams sind negativ ausgefallen", sagt Wirt Michael Stannecker. Bei den Infizierten handle es sich um Küchenpersonal, das weder mit anderen Mitarbeitern, noch mit Gästen in Kontakt gekommen sei. Die Gästedaten habe man an das Landratsamt übermittelt.

Die Kontaktpersonen der vier Fälle seien mittlerweile auch ermittelt, auch sie befänden sich jetzt in Quarantäne, sagt Landratsamtssprecherin Barbara Beck auf Anfrage der SZ. Das Lokal habe bereits beim Bekanntwerden des ersten Falls freiwillig geschlossen, einer Wiedereröffnung stehe auch jetzt nichts entgegen. Für die freiwillige Schließung habe es Lob gegeben, erzählt auch Stannecker. "Laut Gesundheitsamt hätten wir nicht schließen müssen." Aber man habe aus Fürsorgepflicht den Angestellten und Gästen gegenüber und um allen Mitarbeitern die Chance und Ruhe zu geben, sich testen zu lassen, diesen Schritt getan.

Nach Bekanntwerden der drei weiteren positiven Fälle hätten sich alle etwa 40 Mitarbeiter ein zweites Mal testen lassen - mit negativen Ergebnissen. Die Wirte überlegen nun noch, ob sie lieber bald mit kleinerer Mannschaft und abgespecktem Angebot öffnen oder kommende Woche in die Vollen gehen, sagt Stannecker. Er spricht sich für Reihentests in der Gastronomie aus, "damit nicht jeder zu seinem Hausarzt rennen muss". Das würde den Betrieben helfen und ständiges Schließen und Öffnen unnötig machen, meint er.

Unterdessen gab es für die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer der Herrschinger Christian-Morgenstern-Schule gute Nachrichten: Alle 22 Kinder und zwei Lehrkräfte sind negativ getestet worden. "Ich bin megafroh", sagt Rektorin Katharina Casper, "und ich freue mich, wenn sie am Dienstag, 14. Juli, wieder zu uns zum Präsenzunterricht in den Gruppen kommen können." Bis dahin müssen Kinder und Lehrer noch in Quarantäne bleiben, 14 Tage lang, vom letzten Kontakt mit einem Infizierten an, so lautet die Vorschrift.

Die 22 Kinder und deren zwei Lehrer hatten von ihrer Quarantäne am Samstag erfahren. An diesem Tag war bekannt geworden, dass sich zwei ihrer Mitschüler bei ihrem Vater mit dem Virus infiziert haben. Der Mann und seine Familie leben in der Herrschinger Gemeinschaftsunterkunft, er hatte beim Caterer "Apetito" in Gilching gearbeitet, bei dem am 25. Juni ein erster Mitarbeiter positive Testergebnisse hatte. 47 Menschen haben sich dort mit dem Erreger angesteckt, ein Großteil stammt aus dem Landkreis, 23 davon leben in hiesigen Asyl-Gemeinschaftsunterkünften.

Ein Mann, der in der Weßlinger Unterkunft untergebracht war, soll nun zu den vier Fällen im "Seehaus Raabe" gehören. Ein weiterer Mann aus der unter Quarantäne stehenden Unterkunft in Hechendorf, der zunächst negativ getestet worden war, ist Beck zufolge nun positiv getestet worden. Hinzu komme noch ein Beschäftigter von "Apetito" aus Seefeld sowie ein 14-jähriger Schüler. Laut Beck sei davon aber keine Schule betroffen, der Bub habe keinen Unterricht mehr besucht. Insgesamt haben sich seit Ausbruch der Pandemie mehr als 600 Menschen im Landkreis infiziert.

© SZ vom 09.07.2020

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