Wirtschaft Eitel Sonnenschein

Aktiv beim Spatenstich sind unter anderem Firmenchef Karl Hönle, Finanzvorstand Norberg Haimerl (Mitte) und Bürgermeister Manfred Walter (re.).

(Foto: Nila Thiel)

Die Firma Hönle, Spezialist für UV-Technologie und Sonnenlicht-Simulatoren, feiert Spatenstich für ihren 30 Millionen Euro teuren Neubau in Gilching

Von Otto Fritscher, Gilching

Manfred Walter grinst wie ein Honigkuchenpferd. "Ein Bürgermeister liebt es, wenn Kräne aufgebaut und Baugruben ausgehoben werden", sagt der Gilchinger Gemeinde-Chef beim ersten Spatenstich für die erste Firma, die im neuen Gewerbegebiet Gilching-Ost, gegenüber vom Porsche-Zentrum, ihre neue Zentrale errichten wird. Und in der Tat haben Walter und Wirtschaftsförderer Christoph Winkelkötter da einen dicken Fisch an Land gezogen, wenn man das so sagen darf: die Firma Hönle, ein börsennotiertes Technologie-Unternehmen, das seinen Sitz in Gräfelfing bei München hat.

Hönle ist Spezialist für UV-Technologie, unter anderem stellt das Unternehmen einen Sonnenlicht-Simulator her, mit dem Automobilhersteller die Alterungsprozesse von Materialen unter dem gleichen Strahlenspektrum wie im Sonnenschein untersuchen können. Mit dem bis zu zwei Millionen Euro teuren Simulator geht das um ein Vielfaches schneller. Hönle stellt auch UV-Trockner für die Druckindustrie her - die Druckfarben trockenen so in Bruchteilen von Sekunden. Im Programm sind auch UV-Strahler für die Wasserentkeimung. 650 Mitarbeiter hat die Firma weltweit, 250 werden von Gräfelfing nach Gilching umziehen.

Für Winkelkötter, Chef der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg (Gwt) ist es besonders wichtig, dass "keine neue Firma von irgendwoher kommt, sondern aus der Nachbarschaft, und viele Mitarbeiter schon in Gilching und Umgebung wohnen." So werde das Wohnraumproblem nicht verschärft.

Zwei Gebäudekomplexe mit einer Nutzfläche von 18 500 Quadratmetern sollen bis Herbst 2021 bezugsfertig sein. Sie werden die Bereiche Logistik, Produktion und Büros umfassen. "Hier wird produziert, das ist für unseren Landkreis besonders wichtig als Standortfaktor", sagt Winkelkötter. Norbert Haimerl, Finanzvorstand des Unternehmens, spricht an diesem sommerlichen Freitagvormittag von einem "zukunftsorientierten und umweltbewussten Gebäude mit einer modernen Architektur", es wird Dachterrassen geben und grüne Inseln. Rund 30 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die neue Zentrale in Gilching, sagt Firmensprecher Peter Weinert. Bislang ist Hönle auf mehrere Standorte, etwa in Olching und Gräfelfing verteilt, sie werden in Gilching zusammengeführt werden. Unternehmensgründer Karl Hönle, heute der Aufsichtsratsvorsitzende, bringt noch einen neuen Aspekt in die Feier: "Wir haben auch in der Stadt Dachau angefragt, dort hätte es auch ein Grundstück für uns gegeben. Aber die Stadt hat sich nicht sonderlich um uns bemüht, es gab nicht mal einen Rückruf vom Wirtschaftsreferenten", erklärte er - im Gegensatz zur rührigen Wirtschaftsförderung in Starnberg. Worte, bei denen auch Winkelkötter strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Überhaupt scheinen die verschiedenen Akteure im Landkreis auf Zack zu sein: "Bei uns hat sich schon der örtliche Sportverein gemeldet, ob wir nicht Sponsor werden wollen", fügte Haimerl hinzu. Großes Gelächter unter den Gästen.