Meteorologische JahresbilanzAusnahmsweise kein Wärmerekord

Lesezeit: 2 Min.

Die Wetterstation auf dem Hohen Peißenberg, die seit 245 Jahren Messdaten ermittelt, hat 2025 im Durchschnitt 8,9 Grad Celsius registriert.
Die Wetterstation auf dem Hohen Peißenberg, die seit 245 Jahren Messdaten ermittelt, hat 2025 im Durchschnitt 8,9 Grad Celsius registriert. Sebastian Beck
  • 2025 war mit 8,9 Grad Durchschnittstemperatur am Hohen Peißenberg das sechstwärmste Jahr seit Beginn der 245-jährigen Messreihe.
  • Das Jahr war im Alpenvorland relativ trocken mit 16 Prozent weniger Niederschlag und 14 Prozent mehr Sonnenschein als üblich.
  • Lange Trockenphasen prägten 2025, besonders im Februar, April, Juni und Dezember fielen weniger als die Hälfte der üblichen Niederschläge.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

2025 ist im Vergleich zu den drei Jahren zuvor im Alpenvorland relativ kühl ausgefallen. Dennoch gehört es zu den zehn wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am Hohen Peißenberg.

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

SZ bei Google bevorzugen

Vor einem Jahrzehnt hätte es im Alpenvorland noch für einen neuen Temperaturrekord gereicht: Das vergangene Jahr wäre das bislang wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Observatorium Hohenpeißenberg gewesen. Doch inzwischen ist der Klimawandel rapide vorangeschritten: Deshalb nimmt 2025 nur noch Rang sechs in der 245 Jahre währenden Messreihe ein, die unter Meteorologen als weltweit längste, verlässliche Datensammlung gilt.

Mit einer Mitteltemperatur von 8,9 Grad fiel das vergangene Jahr am Observatorium um 1,2 Grad wärmer aus als im langjährigen Mittel, für das inzwischen der Zeitraum von 1991 bis 2020 herangezogen wird. Nachdem in den drei Jahren zuvor mit 9,5, 9,2 und 9,3 Grad fast stets neue Temperaturrekorde verzeichnet wurden, könnte 2025 freilich auch als relativ kühl angesehen werden. Wie der Deutsche Wetterdienst im Jahresrückblick meldet, war das vergangene Jahr im Alpenvorland zudem relativ trocken und heiter: 2129 Stunden Sonnenschein übertrafen das langjährige Mittel um 14 Prozent. Mit 952 Litern pro Quadratmeter (entspricht Millimetern) wurden 16 Prozent weniger Niederschlag erreicht, als die Statistik erwarten ließe.

Dabei fällt auf, dass Regen oder Schnee ziemlich unterschiedlich auf die einzelnen Monate verteilt waren: „Was das Jahr geprägt hat, waren lange Trockenphasen, die vor allem beständigen Hochdrucklagen zuzuschreiben waren“, fasst Stefan Schwarzer zusammen, der auf dem Hohen Peißenberg das Wettergeschehen beobachtet. So wurden dort im Februar, April, Juni und Dezember nicht einmal die Hälfte der üblichen Monatsniederschläge verzeichnet, der April erreichte mit 17,5 Millimetern sogar nur 24 Prozent des langjährigen Mittels. Im Gegensatz dazu waren Januar, Juli, September und November 2025 relativ feucht: Im Juli fiel mit 211 Millimetern 39 Prozent mehr Regen, als die Statistik erwarten ließe.

Die Temperaturen lagen im Mai, Juli, August und Oktober unter dem jeweiligen langjährigen Monatsmittel – während Januar, März, April und Dezember die Statistik um gut zwei Grad übertrafen, der Juni war sogar um 3,7 Grad wärmer als im Mittel der Jahre  1991 bis 2020. Dennoch wurde am fast 1000 Meter hoch gelegenen Observatorium nur ein einziger Hitzetag mit einer Maximaltemperatur über 30 Grad registriert, an 27 Tagen stieg das Thermometer über 25 Grad, was als meteorologischer Sommertag gewertet wird. Auf dem Niveau des Fünfseenlands war es 2025 deutlich wärmer: So wurden in Wielenbach 23 Hitzetage und 63 Sommertage verzeichnet. Diese Messtation ist zwar nur 13 Kilometer vom Hohen Peißenberg entfernt, liegt aber um 350 Meter tiefer.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Freizeit im Winter
:Was den Körper wärmt

Bei Minustemperaturen und Wind kühlt man besonders stark aus. Was dagegen hilft und wer im Winter besonders gefährdet ist.

SZ PlusVon Benjamin Engel

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: