Vor einem Jahrzehnt hätte es im Alpenvorland noch für einen neuen Temperaturrekord gereicht: Das vergangene Jahr wäre das bislang wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Observatorium Hohenpeißenberg gewesen. Doch inzwischen ist der Klimawandel rapide vorangeschritten: Deshalb nimmt 2025 nur noch Rang sechs in der 245 Jahre währenden Messreihe ein, die unter Meteorologen als weltweit längste, verlässliche Datensammlung gilt.
Mit einer Mitteltemperatur von 8,9 Grad fiel das vergangene Jahr am Observatorium um 1,2 Grad wärmer aus als im langjährigen Mittel, für das inzwischen der Zeitraum von 1991 bis 2020 herangezogen wird. Nachdem in den drei Jahren zuvor mit 9,5, 9,2 und 9,3 Grad fast stets neue Temperaturrekorde verzeichnet wurden, könnte 2025 freilich auch als relativ kühl angesehen werden. Wie der Deutsche Wetterdienst im Jahresrückblick meldet, war das vergangene Jahr im Alpenvorland zudem relativ trocken und heiter: 2129 Stunden Sonnenschein übertrafen das langjährige Mittel um 14 Prozent. Mit 952 Litern pro Quadratmeter (entspricht Millimetern) wurden 16 Prozent weniger Niederschlag erreicht, als die Statistik erwarten ließe.
Dabei fällt auf, dass Regen oder Schnee ziemlich unterschiedlich auf die einzelnen Monate verteilt waren: „Was das Jahr geprägt hat, waren lange Trockenphasen, die vor allem beständigen Hochdrucklagen zuzuschreiben waren“, fasst Stefan Schwarzer zusammen, der auf dem Hohen Peißenberg das Wettergeschehen beobachtet. So wurden dort im Februar, April, Juni und Dezember nicht einmal die Hälfte der üblichen Monatsniederschläge verzeichnet, der April erreichte mit 17,5 Millimetern sogar nur 24 Prozent des langjährigen Mittels. Im Gegensatz dazu waren Januar, Juli, September und November 2025 relativ feucht: Im Juli fiel mit 211 Millimetern 39 Prozent mehr Regen, als die Statistik erwarten ließe.
Die Temperaturen lagen im Mai, Juli, August und Oktober unter dem jeweiligen langjährigen Monatsmittel – während Januar, März, April und Dezember die Statistik um gut zwei Grad übertrafen, der Juni war sogar um 3,7 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Dennoch wurde am fast 1000 Meter hoch gelegenen Observatorium nur ein einziger Hitzetag mit einer Maximaltemperatur über 30 Grad registriert, an 27 Tagen stieg das Thermometer über 25 Grad, was als meteorologischer Sommertag gewertet wird. Auf dem Niveau des Fünfseenlands war es 2025 deutlich wärmer: So wurden in Wielenbach 23 Hitzetage und 63 Sommertage verzeichnet. Diese Messtation ist zwar nur 13 Kilometer vom Hohen Peißenberg entfernt, liegt aber um 350 Meter tiefer.

