WetterrückblickSchafskälte und Affenhitze im Juni

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Der vergangene Juni war der zweitheißeste in den Hohenperßenerger Aufzeichnungen seit 1781, was vor allem an der zweiten Monatshälfte liegt. Glücklich, wer sich abkühlen konnte wie diese Teilnehmer des Sautrogrennens bei der 75-Jahr-Feier des Gymnasiums Tutzing im Starnberger See.
Der vergangene Juni war der zweitheißeste in den Hohenperßenerger Aufzeichnungen seit 1781, was vor allem an der zweiten Monatshälfte liegt. Glücklich, wer sich abkühlen konnte wie diese Teilnehmer des Sautrogrennens bei der 75-Jahr-Feier des Gymnasiums Tutzing im Starnberger See. Nila Thiel

Der vergangene Monat war im Alpenvorland der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Am Observatorium Hohenpeißenberg wurden mehrere Temperaturrekorde gebrochen – doch bis zur Monatsmitte blieb es relativ feucht und kühl.

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

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Dieser Juni hatte es in sich: Auf eine kühl-nasse erste Monatshälfte folgte in Mitteleuropa eine noch nie dagewesene Hitzewelle. Auch im Alpenvorland geht der vergangene Monat in die Annalen ein: Der 27. war mit einem Maximum von 33,5 Grad der heißeste Junitag, der jemals auf dem Hohen Peißenberg gemessen wurde. Die Temperaturaufzeichnungen dort reichen bis ins Jahr 1781 zurück und gelten als die längste verlässliche Reihe von Wetterdaten weltweit.

Mit einem Mittelwert von 18,4 Grad hat sich der vergangene Juni als zweitwärmster in 246 Jahren erwiesen, nur 2003 fiel der Monat mit 19,3 Grad noch heißer aus. 2026 rangiert er um 3,9 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 und um 5,6 Grad über dem Durchschnitt von 1961 bis 1990. Dass diese Differenz nicht noch drastischere Ausmaße annimmt, liegt am Zustrom polarer Meeresluft in der ersten Junihälfte. Am 10. Juni etwa wurden auf dem Hohen Peißenberg Temperaturen zwischen 5,8 und 10,4 Grad gemessen – fast auf den Tag pünktlich zur sogenannten Schafskälte.

Dieser Temperaturabsturz um den 11. Juni herum trat im Alpenraum ziemlich zuverlässig in zwei von drei Jahren auf – bis zur jüngsten Klimaerwärmung. Seit 1990 aber wird die Schafskälte im Durchschnitt nur noch jedes dritte Jahr beobachtet, heuer jedenfalls wurde sie ihrem Ruf wieder voll gerecht. Der Name beruht auf der langjährigen Erfahrung, dass man Schafe erst Mitte Juni schert, um sie nicht der Kälte auszusetzen. Dennoch ist die Schafskälte keine Bauernregel, sondern eine sogenannte meteorologische Singularität, die sich statistisch absichern lässt.

Auf dem Hohen Peißenberg stellte der 27. Juni mit einem Tagesmittel von 27,8 Grad und einem Tagesminimum von 23,0 Grad noch zwei weitere Temperaturrekorde auf. Interessanterweise wurden an der fast 1000 Meter hoch gelegenen Wetterwarte an acht aufeinanderfolgenden Tagen sogenannte Tropennächte registriert, an denen das Thermometer nicht unter 20 Grad sank. In tiefer gelegenen Regionen kühlte es sich – zum Glück für alle Schlafsuchenden – stärker ab: In der Messstation Wielenbach etwa gab es im Juni keine einzige Tropennacht, dort fiel die Temperatur meist auf 16 bis 13 Grad ab. „Das liegt daran, dass die Atmosphäre nachts von unten nach oben auskühlt“, erklärt Stefan Schwarzer vom Observatorium, „diesen Vorgang nennt man Ausstrahlung“.

Tagsüber war es im 300 bis 400 Meter tiefer liegenden Umland allerdings spürbar heißer als auf dem Hohen Peißenberg: Am 26. Juni zeigte das Thermometer in Wielenbach 37,4 Grad an, den höchsten Wert seit der Gründung der Station 1999. Während dort den Juni über zwölf sogenannte Hitzetage mit Maxima über 30 Grad verzeichnet wurden, war es am Observatorium nur einer. Mit einer Regenmenge von 104 Litern pro Quadratmeter wurden zwei Drittel des im Juni zu erwartenden Niederschlags erreicht. Die Sonne schien auf dem Hohen Peißenberg 269 Stunden und so 28 Prozent länger als im langjährigen Monatsmittel.

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