„April, April, der macht, was er will“: Eine der bekanntesten Bauernregeln trifft mit der fortschreitenden Klimaerwärmung offenbar immer seltener zu. Der vergangene Monat führte zumindest im Alpenvorland seinen launischen Ruf ad absurdum: Statt ständiger Wetterwechsel war er von einer stabilen Hochdrucklage geprägt, die viel Sonnenschein und relativ hohe Temperaturen mit sich brachte.
Den Daten des meteorologischen Observatoriums Hohenpeißenberg zufolge lag der April 2025 trotz einiger frostiger Nächte mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von 9,1 Grad um 2,1 Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Verglichen mit dem zuvor als Referenzwert verwendeten Zeitraum 1961 bis 1990 beträgt die Abweichung sogar plus 4,0 Grad. Die Sonne schien auf dem Hohen Peißenberg 244 Stunden lang, was bei einer Tageslänge von 13 bis 14 Stunden ein hoher Wert ist - normalerweise wären im April nur 179 Stunden zu erwarten gewesen.
Vor allem aber fiel der zurückliegende Monat extrem trocken aus. Am 1000 Meter hoch gelegenen Observatorium - der ältesten Bergwetterwarte der Welt - wurden 17,5 Millimeter, beziehungsweise Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert, 24 Prozent des statistischen Monatsmittels. Im 300 Meter niedriger gelegenen Fünfseenland herrschte sogar eine regelrechte Dürre: So verzeichnet eine Messstelle in Gilching den gesamten April über bloß 3,8 Millimeter Niederschlag. Und in der agrarmeteorologischen Station in Rothenfeld bei Andechs wurden 6,2 Millimeter gemessen, die nahezu ausschließlich am 24. April fielen. Zum Vergleich: Allein am vergangenen Samstag ging dort die dreifache Menge Regen nieder.
Aber auch auf dem Hohen Peißenberg war der April 2025 „frühlingshaft und viel zu sonnig“, wie Wetterbeobachter Stefan Schwarzer mitteilt. Schon der Vormonat lag dort um 2,2 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020 (3,0 Grad). Allerdings fielen im März noch 66 Millimeter Niederschlag - was fast genau dem statistischen Monatsdurchschnitt entspricht. Was aber den April betrifft: Er fällt seit einigen Jahren immer sehr unterschiedlich aus. Im Vorjahr herrschten früh Rekordtemperaturen und die Vegetation war ihrer normalen Entwicklung bis zu sechs Wochen voraus, bis frostige Wochen folgten. 2021 und 2023 lagen die Monatstemperaturen unter dem langjährigen Mittel, was nur noch selten vorkommt. Und 2020 schien im April die Sonne fast unglaubliche 299 Stunden lang. Der Wackelkandidat unter den Monaten neigt also weiter zu Extremen und bleibt unberechenbar - auch wenn er nicht mehr wie früher täglich mehrmals seine Meinung ändert.

