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Rundgang:Der Weßlinger See soll schöner werden

Weßling,Seerundgang, Gemeinderat

Die dicken Balken, die den Badeplatz neben dem Kiosk abtrennen, sollen verschönert werden. Sie sind einigen Ausschussmitgliedern zu rustikal.

(Foto: Georgine Treybal)

Der Umweltausschuss stellt bei einer Umrundung unsichere Treppen, volle Mülleimer und eine hässliche Bank fest. Eine Liegewiese soll neu angelegt werden.

Sicherer sollen die Wege rund um den Weßlinger See werden, dabei soll nicht zu stark in die Natur eingegriffen werden - mit dieser Aufgabenstellung befasste sich der Umweltausschuss bei seinem jüngsten Seerundgang. Als Besitzer ist die Kommune für den See zuständig. Regelmäßig umrundet der Gemeinderat deswegen das Weßlinger Wahrzeichen, um Schandflecken, kaputte Bänke, gefährliche Wegstücke oder wuchernde Hecken aufzuspüren. Zum Beispiel den Abgang zum Karpfenwinkel.

Steil führt der schmale Weg über ausgewaschene Furchen und lockeren Kies zum Wasser. Es gibt zwar ein paar Treppenstufen, "aber die sind relativ schmal und nur der vordere Teil ist befestigt", erklärte Bürgermeister Michael Sturm. Vor allem im Winter kann der Spaziergang in einer Rutschpartie enden.

Jetzt sollen feste Treppenstufen aus Granit eingebaut werden und das Regenwasser soll über eine Rinne abfließen. Wie der Abgang aussehen könnte, führte Sturm den Gemeinderäten am Alzheimer Gassl vor. "Eine schöne Treppe", schwärmte das Gremium angesichts solider Stufen, dem Handlauf und der Regenrinne aus Granit. Auch mit Treppe sei der Steig am Karpfenwinkel für Radler und mobilitätseingeschränkte Menschen ungeeignet. Für sie wird eine Alternative über die Straße ausgewiesen.

Eine ähnliche Situation gibt es beim Pfarrstadl. Auch hier müssen die Besucher eine Steigung bewältigen. "Bei Regen oder Schnee kann das ganz schön rutschig werden", sagte Sturm. Jetzt soll auf der Seite der Anschlagtafel eine Treppe aus grauem Granit sowie ein Handlauf errichtet werden. Integrationsbeauftragter Claus Angerbauer (SPD) regte einen Leitindikator an, damit blinde Menschen den Eingang zum Pfarrstadl finden. Für Sehende soll die Treppe beleuchtet werden.

Nichts geändert werden soll dagegen bei einem kleinen Weg, dessen Stufen aus ungleichen Baumwurzeln besteht. Dieser "idyllische Naturweg" sei eben nicht für jeden geeignet.

"Das war ein Experiment", erklärte Sturm an einer Sitzbank, vor der Platten in Beton eingelassen waren. Zuvor war der Untergrund des Sitzmöbels ausgewaschen gewesen. Doch das Experiment sei missglückt. "Unter der Bank wächst das Grünzeug hoch", bedauerte Sturm. Außerdem sei das Ganze ziemlich hässlich, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Die Verwaltung hat den Auftrag "schöner machen" bekommen. Die Bank soll eingefasst und mit Kies aufgeschüttet werden.

Ein paar Schritte weiter rief Sturm: "Da war früher eine Badeanstalt". Nur ein kleiner Weg war damals für die Fußgänger vorgesehen. Der Rest war Liegewiese. Im Laufe der Zeit haben die Fußgänger und Radfahrer den Weg immer breiter getrampelt, so dass er jetzt fast schon bis zum Wasser reicht. Mit einem Holzgeländer sollen die Passanten zurückgedrängt werden. "Es wäre schön, wenn wir hier wieder eine Liegewiese bekämen", so Sturm.

Auch die dicken Balken, die den Badeplatz neben dem Kiosk abtrennen, sollen "aufgehübscht" werden. Sie waren einigen Ausschussmitgliedern gar zu rustikal. Da die Badegäste die Baumstämme gerne als Sitzflächen nutzen, sollen sie bleiben. Sie werden aber auf beiden Seiten abgeflacht und auf attraktivere Podeste gestellt.

Keinen schönen Anblick boten die übervollen Mülleimer. "Wir haben nicht nur unterschiedliche Mülleimertypen am See, sondern sie werden auch unterschiedlich oft ausgeleert", monierte Sturm. Hier soll mehr Einheitlichkeit erreicht werden und für Ausflügler, die mit der Bahn nach Weßling kommen, soll der Weg zum See beschildert werden, denn bisher fehlten solche Hinweise.

© SZ vom 23.06.2020

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