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Weßling:Weßlinger Umfahrung kommt günstiger

Staatliches Bauamt rechnet statt mit 10,5 noch mit 8,9 Millionen Euro für den Bau der Umgehungsstraße.

- Die geplante Weßlinger Umfahrung wird günstiger als bislang erwartet. Statt rund 10,5 Millionen Euro wird sie bei den Baukosten auf nur noch 8,9 Millionen Euro kommen. Diesen Betrag nannte das zuständige Staatliche Bauamt in Weilheim auf Anfrage der SZ am Montag. Das ist die überraschende Nachricht ein Tag nach dem Bürgerentscheid, bei dem sich wie berichtet eine Mehrheit für die Vorfinanzierung der Straße per Sonderbaulast ausgesprochen hat. Dies ist nicht nur für die Gemeinde eine erfreuliche Entwicklung, sondern bestätigt auch den Verein "Verkehrsberuhigung für Weßling", der den Entscheid initiiert hatte.

Bislang ging man im Weßlinger Rathaus davon aus, dass die Ortsumgehung mehr als zehn Millionen Euro kosten würde. Bei einem Kostenanteil von 27 Prozent müsste Weßling etwa 2,7 Millionen Euro bezahlen. Das ist jetzt alles Makulatur. Denn auch die Höhe der prozentualen Beteiligung dürfte sich zum Positiven für Weßling ändern. Der Prozentbetrag dürfte niedriger ausfallen, da die Finanzkraft der Gemeinde nicht mehr so stark ist wie in früheren Jahren. Zwischen 25 und 20 Prozent wird der Anteil der Gemeinde liegen. Das heißt mit anderen Worten: Die finanzielle Beteiligung beim Bau der Umfahrung liegt je nach Prozentwert unter beziehungsweise etwas über zwei Millionen Euro. Die Ersparnis wird auf jeden Fall bei einer halben Million Euro liegen.

Zwar hat die Oberste Baubehörde, die mit dem Finanzministerium den Sonderbetrag für Weßling abstimmen muss, das letzte Wort, dennoch geht man beim Staatlichen Bauamt davon aus, dass der Anteil niedriger ausfallen wird. Bürgermeister Michael Muther wird am kommenden Montag die Gespräche in Weilheim führen und auch über die Höhe der Sonderbaulast reden. Das bestätigte Stephanie Kürmeier vom Staatlichen Bauamt am Montag auf Anfrage. Sie rechnet damit, dass in vier Jahren die Umfahrung fertig ist. "Das ist ein realistischer Wert." Die genauen Zahlen lauten: 6,8 Millionen Euro für den Bau der Umfahrung, und 2,1 Millionen Euro für den Erwerb der Grundstücke. Bürgermeister Muther zeigte sich überrascht von der günstigeren Bausumme und meinte daher lediglich auf Anfrage: "Wenn es stimmt, dann ist es erfreulich." Er wolle dies aber schriftlich durch die Baubehörde. Roland von Rebay vom Verkehrsberuhigungsverein fühlte sich bestätigt: "Wir haben die Summe in unseren Veranstaltungen genannt, doch keiner wollte uns glauben."

Der Zeitplan schaut aus Sicht des Straßenbauamts so aus: Für den Grunderwerb wird etwas mehr als ein Jahr veranschlagt; für den Bau der Straße bis zur Fertigstellung zwei Jahre. Wenn alles schnell geht, ist mit einer Straßeneinweihung im Frühjahr 2016 zu rechnen. Wenn es länger dauert, dann könnte es Herbst 2016 werden. Bürgermeister Muther gibt sich zurückhaltender: Nach seiner Ansicht könnte der Grunderwerb noch Schwierigkeiten machen, da viele Eigentümer von der Straßenführung betroffen sind. Zudem müssen auch noch landwirtschaftliche Ausgleichsflächen gesucht und gefunden werden. Die seien nicht so schnell zu haben, glaubt er.

Um die Gemeinde finanziell zu entlasten, will sich der Verkehrsberuhigungsverein als Spendensammler hervortun. Der Vereinsvorsitzende Stefan Ostermayer bot dies Muther noch am Sonntagabend an, nach dem feststand, dass eine Mehrheit der Weßlinger den schnellen Bau der Straße wollte. Ostermayer hat schon gerechnet: "Wenn wir jährlich 20 000 Euro zusammenbekommen, haben wir in fünf Jahren ein nettes Sümmchen zusammen." Viele Bürger hätten angeboten, Geld zu spenden. Es scheint, als hätte der Entscheid viele Weßlinger positiv mobilisiert.

© SZ vom 02.10.2012
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