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Umweltschutz in Weßling:Schmerzhafter Einschnitt

Weßling: Baugerüste und die großen Trauerbuchen stellen sich für Weßling als Problem dar

Imposant: Mitglieder des Weßlinger Umweltausschusses besichtigen eine der Trauerbuchen.

(Foto: Nila Thiel)

Weil drei Trauerbuchen zu nahe an der Pfarrkirche stehen, ringen sich die Gemeinderäte zu dem Kompromiss durch, einen Baum zu fällen und einen anderen auszulichten.

Die drei stattlichen Trauerbuchen mit ihren lang herabhängenden Ästen sind ein prägendes Element des Friedhofs an der Schulstraße. Doch zwei davon stehen viel zu dicht an der Weßlinger Pfarrkirche Christkönig. Die Folgen sind nicht nur eine ständig von Blättern verstopfte Dachrinne, sondern auch Feuchtigkeitsschäden und Schimmel im Bauwerk. Derzeit wird die Kirche aufwendig saniert. Und im Zuge der Baumaßnahmen hat die Kirchenverwaltung darum gebeten, dass zwei der Bäume gefällt werden.

So weit wollte der Umweltausschuss der Gemeinde nicht gehen. "Es tut mir in der Seele weh, aber wir dürfen unsere Kirche nicht gefährden", fasste Peter Weiß (FW) die Stimmung im Gremium in Worte. Um das Ensemble zu erhalten, beschloss der Ausschuss, dass der hintere Baum gefällt und der vordere ausgelichtet wird. "Den gleichen Baum nur in klein", wollte Clemens Pollok (Grüne) als Ersatzpflanzung, auch auf die Gefahr hin, dass er in ein paar Jahrzehnten wieder abgeschnitten werden muss. Dem stimmte das Gremium zu.

Beim Ortstermin konnten die Mitglieder des Umweltausschusses bereits den teilweise eingerüsteten markanten Kirchturm sehen. Die restlichen Gerüstteile liegen zwischen den bunt bepflanzten Gräbern im Friedhof. Deswegen habe es schon Beschwerden gegeben, auch darüber, dass durch die Bauarbeiten die Friedhofsruhe, aber auch eine Beerdigung gestört worden seien. Ein wenig werden sich die Besucher noch gedulden müssen. Erst in drei Wochen wird das Gerüst fertig aufgebaut sein.

Felizitas Leitner (CSU) monierte den Anblick von aufgelassenen Gräbern, die nicht mehr gepflegt werden. Bei einem handelt es sich um das Grab von zwei in der Ukraine im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Die Hinterbliebenen seien gestorben, so Erich Rüba (Gemeindegalerie). Aufgegeben werden sollten diese aus ortshistorischer Sicht bedeutenden Gräber jedoch nicht.. Die Gemeinde wird eine Lösung für die Pflege finden. Zunächst soll eruiert werden, ob sich die sterblichen Reste der Soldaten tatsächlich in der Erde befinden, oder ob es sich um symbolische Kreuze handelt. Dann könnten die Kreuze nämlich in den alten Friedhof an der Kirche Mariae Himmelfahrt umgesetzt werden. Im Zuge dessen könnte ein Vorschlag des CSU-Ortsverbands realisiert und die beiden hohen Stufen, die von der Straße aus in den Friedhof führen, barrierefrei gemacht werden. Der relativ steile Zugang von der Straße zum Pfarrstadel wird einen Handlauf bekommen. Im Herbst oder Winter wäre er ansonsten viel zu rutschig und glatt. Da das Grundstück der Kirche gehört, werden die Vorschläge mit ihr abgestimmt.

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