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Weßling:Sozialdrama im Pfarrstadel

Auf solche Ideen können wohl nur Kapitalisten kommen: Sandra, Mitarbeiterin in einer Solarzellenfabrik in der belgischen Kleinstadt Seraing, nimmt sich nach einem Nervenzusammenbruch eine Auszeit. Bald zeigt sich, dass die Belegschaft sie mit ein paar Überstunden ersetzen kann. Das Management des Unternehmens hat einen fiesen Vorschlag parat: Jeder Arbeiter bekommt 1000 Euro Bonus, wenn er damit einverstanden ist, dass Sandra entlassen wird. Die einzige Chance der jungen Frau, die mit Mann und zwei Kindern in Seraing lebt: Sie darf ihren Job behalten, wenn sie die Mehrheit ihrer Kollegen dazu überreden kann, auf das Geld zu verzichten. Doch ihr bleibt nicht allzu viel Zeit. "Zwei Tage, eine Nacht" haben die auf Sozialdramen abonnierten belgischen Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne ihren Spielfilm aus dem Jahr 2014 genannt. Kritiker beschrieben das Drama aus Zeiten der Wirtschaftskrise als "lupenreines Spannungskino", respektive als Geschichte der Entsolidarisierung, die "durch ihre stille Kraft und Einfachheit fesselt". "Zwei Tage, eine Nacht" mit Marion Cotillard ("La vie en rose") in der Rolle der geschassten Sandra läuft an diesem Mittwoch, 6. Februar, 20 Uhr, im Pfarrstadel in Weßling. Karten zu sechs Euro sind an der Abendkasse zu haben.