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Am Weßlinger See:Erst bezahlen, dann baden

Schmuckfoto aus Weßling

Der Weßlinger See lockt viele Ausflügler an. Das hat zur Folge, dass an manchen Tagen viele Straßen im Ort zugeparkt sind.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Verkehrsplaner empfiehlt Parkscheinautomaten, um die Lage im Sommer zu entspannen.

Auf der Suche nach dem Weßlinger See irren manche Ausflügler mit dem Auto durch die Gemeinde und parken dann mangels Ortskenntnis an ungünstigen Stellen. Dabei ist die Parkplatz-Situation im Ort gar nicht so schlecht und könnte mit geschickter Neuordnung und strengen Kontrollen noch mehr entzerrt werden. Das ist das Ergebnis eines Konzepts, das der Germeringer Verkehrsplaner Rudolf Sonntag dem Gemeinderat vorgestellt hat.

An verschiedenen Tagen und Uhrzeiten hatten Verkehrszähler der Firma "Schuh & Co." die Auslastung von Parkplätzen untersucht. Unter der Woche gebe es "zu allen Tageszeiten relativ viele freie Plätze. Selten waren mehr als 80 Prozent belegt", erklärte Sonntag. Lediglich im Bereich der Hauptstraße und beidseits der Einmündung Grünsinker Straße hätte es Spitzen am späten Vormittag gegeben. Problematisch seien die heißen Sonntage im Sommer: "Ab Mittag geht es los." Dann herrsche in der Oberen Seefeldstraße Chaos und eine bis zu 130-prozentige Überbelegung der Parkplätze. Das heißt, es gab mehr Autos als erlaubte Parkflächen. An einem Tag hatten die Verkehrsplaner 25 Autos im absoluten Halteverbot auf dem Gehsteig gezählt.

Gemeinderat Clemens Pollok (Grüne) berichtete von Fahrzeugen, die mitten im Wald stehen, und Anlieger Helmut Böhm (Grüne) werden immer wieder Autos vor seine Garageneinfahrt gestellt. Es handle sich dabei jedoch lediglich um vier bis fünf Sonntage im Sommer und zwei Sonntage im Winter, falls der See zugefroren ist, so der Verkehrsplaner.

Mit einem Parkraumkonzept könnte die Lage entspannt werden, versicherte er. Hauptziel sei dabei, den Kurzparkern, Kunden von Geschäften und Arztpraxen ausreichende Stellplätze anzubieten. Zum Beispiel durch eine auf zwei Stunden begrenzte Parkzeit an der Hauptstraße und durch Parkscheinautomaten an den kritischen Straßen. Etwa 3500 Euro koste ein solches Gerät; mindestens vier Stück sollten die Obere Seefeldstraße beruhigen. Da die Kosten, das Entleeren der Geldkassetten und die Wartung relativ teuer seien, eigneten sich die Automaten nicht an Stellen mit wenigen Parkplätzen, erklärte Sonntag.

Um nicht mehr Ausflügler anzulocken, sollten keine zusätzlichen Parkplätze gebaut, aber das vorhandene Potenzial genutzt werden. Zwei Schilder könnten Badegäste auf bisher ungenutzte Bereiche lenken und gleichzeitig auf die Seenähe hinweisen. Beim Maibaum und auf der Südseite des Sees könnten kostenlose Parkplätze entstehen. Zu Fuß wären die Badegäste sogar schneller an der Liegewiese, als wenn sie an der Hauptstraße parken, denn das Baden ist nur an einer Seeseite erlaubt. Eventuell könnten auch die Parkplätze am Rathaus und am Pfarrstadel an den Sonntagen geöffnet werden. Wichtig sei die "konsequente Parkraumüberwachung, am besten einmal am Tag", empfiehlt Sonntag. Das Konzept wollen die Fraktionen intern diskutieren und dann im Gemeinderat abstimmen.