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Weßling:Probleme mit dem Durchgangsverkehr

Mit der alten Weisheit "die Quadratur des Kreises ist unmöglich" brachte Birka Camerer (Grüne) die Planungen für die Weßlinger Hauptstraße auf den Punkt: Die Straße soll wieder beschaulich werden, andererseits gab es Forderungen nach ungehindertem Begegnungsverkehr. "Dann wird man den Verkehr aber nicht aus dem Ort bringen", mahnte Verkehrsplaner Christian Fahnberg. Er hatte dem Gemeinderat seine Ideen für den Umbau der Hauptstraße vorgestellt. Die soll wieder eine Dorfstraße werden, durch die man "gerne mit 25 bis 30 Stundenkilometern" fährt, während Raser die neue Umgehung nutzen - so die Wunschvorstellung.

Die geschwungene Straße mit wechselseitigen Parkplätzen soll durch vier Plätze "mit Aufenthaltscharakter" führen. Fahnberg: "Dort darf dann ruhig Tempo 20 gelten". Dabei könnten die Vorplätze der Geschäfte integriert werden. Zudem soll die Straße schmaler und mit einer Wasserrinne versehen werden. "Dadurch wirkt sie kleiner", versicherte Fahnberg. Zwei Autos passen aneinander vorbei, zwei Lastwagen oder Busse aber nicht. Sie müssen die Ausweichstellen nutzen. Radler sollen auf der Fahrbahn fahren und sich keinesfalls abdrängen lassen. "Bei der Geschwindigkeitsbeschränkung können sie sowieso nicht überholt werden", sagte Fahnberg.

Der Plan geht aber nur auf, wenn die 56 Prozent Durchgangsverkehr endlich auf die Umgehungsstraße ausweichen würde. Doch es fahren immer noch 3000 bis 6000 Fahrzeuge zuviel durch den Ort, die den Prognosen zufolge eigentlich die Schnellstraße benutzen sollten. Im Durchschnitt wälzen sich am Tag 10000 bis 12000 Fahrzeuge durch den Ort. Als Grund für die mangelnde Akzeptanz nannte Fahnberg die vielen Autobahnbaustellen.

Das Ratsgremium nahm die Grobplanung mit Skepsis zur Kenntnis. Wenn die Hauptstraße zu ungemütlich wird, würden viele Autofahrer in die Seitenstraßen statt auf die Umgehungsstraße ausweichen. Das sei schon jetzt der Fall, haben einige Ratsmitglieder beobachtet. Roland von Rebay schlug deswegen vor, einen Anforderungskatalog als Grundlage für die Planung auszuarbeiten.