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Weßling:Kinderbetreuung wird teurer

Gemeinde will Defizit durch Stundenstreichung reduzieren

Von Patrizia Steipe, Weßling

Mehr als eine Million Euro im Jahr beträgt das Defizit, das Weßling für seine Kindertagesstätten ausgleichen muss. Denn abgesehen von einer Einrichtung sind alle Kitas unter Trägerschaft der Gemeinde. In Zeiten der Corona-Pandemie könnten diese Ausgaben sogar noch steigen, denn es dürfen keine Gruppen mehr vermischt werden. Nun sollen die Buchungszeiten neu strukturiert werden.

Derzeit können Eltern für ihre Kinder tageweise unterschiedliche Betreuungszeiten in den Einrichtungen buchen. Dadurch schwanken die Belegungszeiten vor allem an den Randzeiten. Die meisten Kinder werden laut Verwaltung zwischen 12 und 15 Uhr abgeholt. Normalerweise werden dann die wenigen länger bleibenden Kinder in einer gemeinsamen Gruppe zusammengefasst und von zwei Pädagoginnen betreut. Wegen der Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus dürfen die Kinder derzeit jedoch nicht die Gruppe wechseln, so dass alle Gruppen und alle Erzieherinnen in Vollbesetzung bleiben müssen, auch wenn es sich nur um sehr wenige Kinder handelt.

Um das Defizit nicht weiter ansteigen zu lassen, beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung, die Öffnungszeiten in zwei Einrichtungen zu verkürzen. Ab Januar 2021 wird die Betreuung im Kindergarten "Kleine Strolche" und ab September 2021 in der Kinderkrippe "Vogelnest" von Montag bis Donnerstag um eine Stunde von 17 auf 16 Uhr gekürzt. Freitags bleiben die Einrichtungen wie bisher bis 15 Uhr geöffnet. Damit Eltern, die auf die längeren Öffnungszeiten angewiesen sind, trotzdem ein Angebot haben, sollen die Öffnungszeiten der Krippe im Kinderhaus "Regenbogen" wie sie bereits beim Kindergarten sind: Sie werden montags bis donnerstags von 15 auf 17 Uhr und freitags auf 16 Uhr verlängert. In diese Einrichtung sollen Bestandskinder aus den anderen Kindergärten wechseln, falls sie länger betreut werden sollen.

Mit den beiden Krippen- , den drei Kindergarten- und der altersgemischten Gruppe ist das Kinderhaus "Regenbogen" die größte Kita in der Gemeinde. Generell hätten für die Randzeiten auch Tagesmütter engagiert werden können, aber der Markt ist leergefegt. Auf eine Stellenanzeige der Gemeinde hat sich niemand gemeldet. Derzeit muss allerdings kein Kind die Einrichtung wechseln. Die Eltern der "Kleinen Strolche" können sich - nach Rücksprache der Gemeinde - allesamt mit der neuen Situation arrangieren.

In Zukunft sollen Einrichtungen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nur erweitern dürfen, wenn mindestens acht Kinder einer Einrichtung dafür angemeldet werden. Außerdem kann eine Betreuung in den Randzeiten, zum Beispiel in der letzten Öffnungsstunde, nur bei einer gewissen Mindestanzahl an Kindern angeboten werden. Bei der Krippe sowie den ein- bis zweigruppigen Kindergärten sind es fünf Kinder, bei Kindergärten ab drei Gruppen mindestens zehn Kinder. Im Hort und in den Waldkindergärten bleiben die Zeiten unverändert.

© SZ vom 27.11.2020
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