Weilheimer KrankenhausÄrztin von Patient erstochen

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Plötzlich zog er ein Messer: Ein Patient hat in einer Weilheimer Klinik eine Ärztin niedergestochen. Fest steht bislang nur: Opfer und Täter kannten sich.

Eine mörderische Tat hat am Donnerstag das Klinikum im oberbayerischen Weilheim erschüttert. Ein früherer Patient erstach eine Ärztin des Hauses.

Der 65-jährige Mann hatte die Ärztin gegen 8.45 Uhr im Eingangsbereich des Krankenhauses mit einem Messer attackiert und ihr schwere Stichverletzungen im Brustbereich zugefügt. Er habe gezielt nur diese Frau angegriffen und keine weiteren Personen verletzt, sagte ein Sprecher. Es sei keine Amoktat gewesen.

Die 47-Jährige erlitt bei der Attacke schwerste Stichverletzungen in der Brust und brach zusammen. Die Ärztin wurde sofort notoperiert, erlag jedoch ihren schweren Verletzungen.

Der Mann war den Angaben zufolge vergangene Woche in stationärer Behandlung in dem Krankenhaus gewesen. Dabei wurde er auch von der 47-jährigen Medizinerin betreut. Zum Tatzeitpunkt sei der Mann jedoch bereits entlassen gewesen, sagte der Sprecher.

"Der Mann wurde früher von der Ärztin behandelt", sagte die Münchner Oberstaatsanwältin Andrea Titz der Nachrichtenagentur dpa. Sie ließ offen, ob es damals eine Auseinandersetzung über den Behandlungsverlauf gab. Am Tag des Verbrechens war der 65-Jährige jedenfalls nicht Patient im Klinikum, sondern kam von außerhalb.

Nach der Attacke wurde der Mann umgehend vom Krankenhauspersonal überwältigt. Dabei leistete er keinen Widerstand. Zu seinem Motiv und der Herkunft des Messers ist bislang nichts bekannt.

Der mutmaßliche Täter wurde noch am Donnerstag vernommen. Von seinen Angaben erhofften sich die Ermittler Hinweise auf das Motiv. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdeliktes. Die Anklagebehörde wollte noch im Laufe des Tages einen Antrag auf Haftbefehl stellen.

"Die Bluttat wurde in Weilheim mit Entsetzen aufgenommen. "Ich bin fassungslos", sagte Bürgermeister Markus Loth der Nachrichtenagentur dapd. Ihm sei es "kalt den Rücken runtergelaufen", als er von dem schrecklichen Fall erfahren habe. Besonders tragisch sei, dass die Ärztin Mutter mehrerer Kinder gewesen sei.

Das zentral in der oberbayerischen Kreisstadt gelegene Krankenhaus bietet neben der chirurgischen und internistischen Versorgung auch Notfallmedizin an. Es ist zudem Standort eines Tumortherapiezentrums. Belegärzte betreuen nach Klinikangaben die Fachgebiete Gynäkologie und Geburtshilfe, Orthopädie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Auf dem Gelände sind zudem mehrere Facharztpraxen angesiedelt.

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