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Wegen Corona-Pandemie:Luftreiniger und Ampeln für Schulen

Nach kontroverser Debatte beschließt Seefelds Gemeinderat trotz vorherrschender Skepsis den Kauf weiterer CO₂-Geräte

Von Christine Setzwein, Seefeld

Wirklich überzeugt von der Wirksamkeit der Geräte war zwar keiner der Seefelder Gemeinderäte, trotzdem entschied sich die Mehrheit für den Kauf von Luftreinigungsgeräten für die zwei Schulhäuser in Seefeld und Hechendorf. Die Bedenken waren allerdings groß, weil die Geräte eine Sicherheit vortäuschten, die es nicht gebe, und weil die Schulen ohnehin bis mindestens 10. Januar geschlossen seien. 20 CO₂-Ampeln für Klassenzimmer wurden bereits bestellt.

Im Saal von Haus Peter und Paul, in dem der Gemeinderat wegen der Corona-Krise tagt, waren am Dienstagabend zwei Testgeräte aufgestellt worden. Wie Bauamtsleiterin Imke Friedrich erläuterte, brauchen zwei Geräte in einem 75 Quadratmeter großen Raum eineinhalb Stunden für den Luftaustausch. Im Lehrerkollegium sei das Thema bereits "heiß" diskutiert worden, wobei die Meinungen von Ablehnung bis Zustimmung reichten. Das Ergebnis: zehn der 25 Klassenzimmer sollten mit Luftreinigern ausgestattet werden.

Wie in den Sitzungen zuvor waren sich die Gemeinderäte auch am Dienstag nicht einig. Bürgermeister Klaus Kögel (CSU) wies gleich darauf hin, dass die Geräte regelmäßiges Lüften nicht überflüssig machten. Christian Wagner (BVS) erzählte, dass seine zwei Grundschulkinder begeistert seien von dem Testgerät. Es werde zwar weiter gelüftet, aber nicht mehr so oft, was den Unterricht ohne Jacke möglich mache. Das war das Stichwort für Oswald Gasser (FDP). Genau das zeige die große Gefahr, die mit den Luftreinigern drohe: dass weniger gelüftet wird. "Ich kann nur warnen", sagte er, "wir müssen regelmäßig lüften und Masken tragen im Unterricht." Ortwin Gentz (Grüne/BI Eichenallee) stimmte zu. "Wir lügen uns in die Tasche und setzen unsere Kinder der Gefahr einer Ansteckung aus." Johanna Senft (BVS), Josef Wastian (FWG) und Claudia Winter (CSU) meinten, die Luftreiniger seien als zusätzliche Hilfe und weiterer Baustein gedacht, die Luft frisch zu halten, und die Lehrer würden das Stoßlüften schon nicht vergessen. Die Frage von Dennis Weber (Grüne/BI Eichenallee), ob man Geräte nicht mieten könne, verneinte Kögel: "Die gibt es im Moment nicht."

Mit zwölf zu sieben Stimmen wurde der Kauf von zehn Raumluftreinigern beschlossen. Die Wahl fiel auf das kleinste Gerät, das sehr leise ist, pro Stück etwa 335 Euro kostet und sogar den CO₂-Gehalt in der Luft messen könne. Die CO₂-Ampeln kosten 331 Euro je Gerät. Die Lieferzeit für beide Apparaturen beträgt 14 Tage. Die Ausgaben für die Ampeln werden von der Regierung erstattet.

© SZ vom 17.12.2020/ecs
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